Montagmorgen…

… und ein Gespräch mit mir selbst.

Der Tag beginnt wunderbar und sehr sonnig. Ich übe mich in Selbstliebe… klappt eher dürftig.

Die Kleidungsauswahl soll heute auf lässig fallen. Ich ziehe das Hemd in Jeansoptik an und dazu die boyfriendhose, die meinem Hintern nicht gerade schmeichelt, aber die Beine vorn schlank wirken lässt… Noch immer bin ich nicht an dem Punkt angelangt, mir über solche Dinge keine Gedanken zu machen und weise mich innerlich erneut an, mich so zu akzeptieren wie ich bin. Direkt darauf kreisen meine Gedanken darum, ob ich es denn überhaupt bereits genug versucht habe meine Körperform zu ändern… Ob ich überhaupt schon die Erlaubnis habe, mich so zu akzeptieren wie ich bin. Wahnsinn.

Während ich diese Gedanken raus tippe, sitze ich mittlerweile im Büro und habe mich überfluten lassen von den ersten Mails. Rechnungsprüfung von Nachunternehmern… immer unangenehm bzw. Mehrarbeit, wenn ich Fehler oder Unstimmigkeiten feststelle. Und ich nehme es, wie immer zu genau… Führt unwillkürlich dazu, dass sich Unmut breit macht bei der Firma. Eine lieblose und nahezu freche Antwort folgt auf meine Nachfrage zur Rechnung. Bekomme direkt einen Anruf der „CC-Kollegin“, die sich darüber bei mir auslässt. Maria fühlt ich bestätigt und greift zum Hörer um die zuständige Ansprechpartnerin, die diese Firma bei meinem Kunde betreut, zu erreichen.

Mein Anliegen ist, den Zuspruch zu bekommen von Ihr, auf mein Recht zu pochen und die Rechnung zu kürzen… Eindeutiger Erwartungswert ist, ebenso ein nettes, kleines Hetzgespräch mit ihr über die Firma zu führen. Mich nochmal ordentlich bestätigen zu lassen in meiner Meinung und den richtigen Rückenwind zu bekommen.

Meistens kommt es anders und in der Regel als man denkt… oder so ähnlich. Sie, mit ihrer Perfektion und dem äußerst analytischen Vorgehen, hat ebenso ein besondere Begabung dafür, dass ich mich als Gesprächspartner mit sofortiger Wirkung klein und unwissend fühle. Auf eine kurze Erklärung zur Situation folgt die bekannte Analyse und die Anweisung von Maßnahmen. Ich mucke kurz auf und es folgt ein kleines, feminines Wortgefecht. Bis dahin, dass Sie mir unterschwellig klar macht, dass Sie mein Kunde ist und ich der Projektleiter. Sie erklärt mir nochmal eindeutig die Aufgaben, die ein Projektleiter zu erfüllen hat und ich denke mir erneut…

warum nehme ich es nur immer so genau – es geht hier um 140 Euro, Maria.

Ich kann einfach nicht anders. vielleicht habe ich einfach das Bedürfnis, meinen Job richtig zu machen, wobei ich aber trotzdem stolz auf mich bin, Unwichtiges auszusortieren. Beim Aussortieren verlässt man sich hin und wieder auf Andere und geht davon aus, dass diese Ihren Job ebenso richtig machen und einen gewissen Anspruch haben. Ist leider nicht so…

Meine Gedanken kreisen direkt wieder…

Ich will diesen Job nicht mehr machen / Was muss denn noch sein, damit es richtig schmerzt um den Job auf zugeben / Aber ich habe Verpflichtungen, die bedient werden müssen / ich will nicht länger telefonieren müssen / Meinst du denn, dass es in anderen Jobs nicht auch unangenehme Gesprächspartner gibt / Es gibt auch eine Arbeitswelt in der meine Leistung geschätzt wird / es wird immer Leute geben, die dich kritisieren oder merkwürdig sind / Soll ich mein Büro auflösen und die Computer verkaufen, sodass ich freier bin

Mit diesem Gespräch und den Gedanken, ist er Morgen wieder hinüber. Ich weine…

Bin ich denn nur eine derartige Mimose? Dieser Job macht mir einfach keinen Spass.

So verarbeite ich meinen Montagmorgen und verbinde die Ereignisse mit etwas, was mich glücklich macht. Schreiben.

Passiert ist eigentlich nur, dass meine Erwartungen enttäuscht wurden. Im Prinzip habe ich mir diese Situation selbst gesucht.

Kasteie ich mich gerade wieder selbst?

Wie auch immer… ich muss darauf vertrauen, dass sich alles dahin wendet, wo ich dem nachgehe, was mich vollends ausfüllt. Dieser Job ist eine wichtige Lektion und entscheidender Punkt auf meinem Weg. Die Zeit wird kommen, in der alles Sinn macht.

So hörte ich heute morgen, dass man der Neugier nachgehen soll und einfach darauf vertrauen soll, dass alles gut wird und einen Sinn ergeben wird.

Meine Aufgabe für heute ist also, darauf zu vertrauen, dass dies alles einen Sinn ergibt und einen Grund hat! ich bedanke mich also für die Lektion am Morgen und freue mich auf den Tag, an dem ich mich daran erinnere und den Sinn erkenne.

Erstmal Mails abarbeiten und dann Lieblings-To-Do’s machen…

 

bis später

Maria

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