Am Ende doch wieder Starbucks…

Was der Bauer nicht kennt….

Vor meiner ersten Asienreise war ich ja schon ein wenig nervös. Was ich weiß ist, dass ich wenig Affinität zu den Chinesen habe. Auch hatte ich noch keine großen Berührungspunkte mit anderen Asiaten. Was also von den Thailändern halten? Das Land des Lächelns? Ne, das war doch Japan, oder? Egal…. ich bin jedenfalls bestens vorbereitet auf die Kultur, wie man sehen kann.

Wie üblich in den letzten Jahren nehme ich mir null Zeit zur Vorbereitung meiner Reise. Was nicht unbedingt schlimm wäre, wenn es denn Pauschalurlaube oder eben 3 Wochen im allinklusiv Hotels wären. Da ich aber auf eigene Faust in die Länder ziehe, wäre eine gewisse Vorbereitung sicher hilfreich. Wie immer ist es leider so, dass ich viel arbeite und unter dem Deckmantel der Arbeit keine Zeit finde für die eigentlich schönen Sachen – wie beispielsweise Reisevorbereitung.

So sitze ich also in Bangkok am Flughafen, muss von Morgen 7 Uhr bis Nachmittags 16 Uhr auf meinen Anschlussflug warten. Bin total übermüdet, es ist warm und ich bin allein… Bin genervt. Will wieder heim…

Die Uhr dreht sich kaum weiter und alle wird mir immer fremder. Die Menschen sprechen nicht meine Sprache und nur sehr gebrochenes Englisch.

Erstmal was Essen…

Also meine erste Mahlzeit in Thailand. Alles sieht anders aus an den Imbissständen. Zumindest die Karte im erst besten Restaurant ist auf englisch. ich bestelle mir eine Kokosmilchsuppe mit Gemüse. Das muss lecker schmecken, denn mache ich mir ja Zuhause auch immer. Erstmal langsam ran tasten, Maria. Kannst ja nicht gleich die verrückten Sachen essen.

Gerade als ich annahm, etwas Gewohntes zu bestellen wird mir nach den ersten Löffeln klar, dass das hier so was ganz anderes ist also meine geliebte Thaisuppe zuhause. Obwohl ich deutlich als Europäerin, zumindest aber als Westliche Frau zu identifizieren bin, scheint das nicht zu interessieren was den Schärfegrad betrifft. Nach einigen Wochen in Thailand kann ich allerdings sagen, dass ich sehr wohl gefragt werde wie scharf mein Essen sein soll. „No spicy“ bedeutet in den meisten Fällen immer noch so scharf, dass ich es mag, aber für den Großteil meines Umfelds immer noch viel zu scharf… 😀

Jedenfalls löffle ich tapfer weiter, weil hab‘ ja Hunger. Ich finde merkwürdige Pilze die aussehen wie Würmer, hartes Zitronengras – was glaube ich nur Deko sein soll und eine Chillischote von der ich annahm, dass es ein Pilz wäre und essbar. Nach dem letzten Punkt gebe ich auf und lasse drin, was noch drin ist. Enttäuscht bemerke ich, dass das kein besonderer Start in mein Thailandabenteuer ist.

Will wieder heim…. *grummel*

Also zahle ich und frage mich das erste mal, wieviel Trinkgeld man gibt. Ich google erstmal… ja, tatsächlich. Nehme Trolley und Rucksack und frage mich, ob es vermessen wäre jetzt zu Mc Donalds zu gehen und genüsslich erstmal ein feines Mc Menü zu vertilgen. Sieht mich ja keiner… Ich lasse es. Und doch bleibe ich hängen beim großen Bruder mit S. Gönne mir ’nen großen Cappuccino. Beim Rest in der Auslage bin ich jetzt vorsichtig. Auch wenn das meiste bekannt aussieht, so habe ich ja gerade gelernt, dass das trügerisch sein kann. Vorsicht ist die Mutter… und so.

Endlich kann ich für meinen Weiterflug einchecken. Trotzdem stehe ich nochmal ewig in der Schlange und meine Laune sinkt gegen null. Sicherheitscheck-in, Gatewechsel und unglaublich viele Menschen drücken sich hier rum. Nach dem kurzen Flug komme ich endlich in Chiang Mai an und fühle mich gleich ein wenige mehr zuhause, da ich weiß, dass eine weitere Teilnehmerin auch bereits in der Stadt ist. Komisch, oder?! Sie ist nicht da udn es sieht nicht mal so aus, dass wir uns nochmal treffen an dem Abend, aber ich fühle mich wohler als so allein und verlassen am Flughafen in Bangkok.

nach erneuerter Warterei am Taxistand werde ich zum Hotel gebracht. Alles sieht so wahnsinnig anders aus und mir fällt wieder ein, warum ich so einen Respekt vor der Reise hatte. Bisher blieb ich bei meinen Reisen immer in der Komfortzone. Kanada, Europa, Neuseeland… Alles Länder in denen man als Europäer klar kommt. Von den Uhreinwohnern mal abgesehen, sind die Menschen uns sehr ähnlich. Machst nichts falsch und man kommt klar.

Die Thai’s sind anders im kompletten Wesen. Befinde mich da im Taxi noch in der Justierungsphase.

Erstmal einen sicheren Hafen suchen.

Ich werde mit einem großen Lächeln empfangen und alle verhalten sich so ehrfürchtig. Man verneigt sich und hält die Hände vor der dem Herzen. Ich mag das.
Daran kann ich mich gewöhnen.

Eingecheckt, Koffer im Zimmer, sitzen. – Ernüchterung. Mein Zimmer ist dunkel, ich bin wieder allein und keiner ist in greifbarer Nähe. Mein sicherer Hafen fehlt. Warum komme ich schon wieder nicht klar? Ist doch nicht das erste Mal, dass ich im Fremden bin. Ich kenne das Gefühl, ankommen zu müssen. Kenne den ersten Abend im neuen Heim. Und trotzdem – das erste was ich tue: Mutti anrufen 😀

Sie ist hier gerade mein Hafen. Während dem wählen denke ich bei mir: „bitte red mir gut zu! Bitte sag mir nicht, dass ich jederzeit heim kommen kann! Manchmal hat sich ein besonderes Talent dafür, zu viel Mitleid zu empfinden und mir einfach genau das Gegenteil von dem zu sagen, was ich in dem Moment brauche.
In diesem Fall hält sie stand. Ob bewusst oder unbewusst, sie sagt die richtigen Dinge und ich fühle mich besser. Trotzdem will ich gerade auf keinen Fall hier allein im Zimmer sein. Ich überrede Anni, die auch in Chiang Mai ist, dass wir uns das Lichterfest noch anschauen gehen und bin dankbar aus diesem Zimmer zu können.

Der Abend hat sich noch als echte Überraschung entpuppt und wurde ganz wunderbar. Der perfekte Beginn meiner Zeit in Chiang Mai…

 

 

Ein Kommentar zu „Am Ende doch wieder Starbucks…

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