Deine Welt und mein Ausblick…

Aha Momente sind schön. Sie bringen mir Licht dahin, wo ich keinen Weg sehe. Kleine Zeiten in denen sich eine Schublade schließt. Aufgeräumt. Fertig. Zu.

Hab ich’s einmal verstanden und durchdrungen fällt es mir leichter die Situation zu verstehen. Klar, vielleicht ist es auch nur meine Wahrheit und mein Verstand gaukelt mir vor, dass ich’s jetzt kapiert hab. So oder so, meine ich mir mittlerweile vertrauen zu können und zu wissen, wann ich mich selbst in der Komfortzone wiege oder tatsächlich verstehe.

Mein aktueller ‚Aha‘ Moment, war das Verständnis über die Sicht auf unser System und der Einfluss der Generationen auf meine und deine Welt.

Ich bin die Cornflakesgeneration.

Oder wie sagt man noch… Gerneration „Warum“… Bin aufgewachsen mit Barbie, kenne aber trotzdem den Zusammenhang zwischen Bleistift und Kassette. Unser Router hat ein mehrminütiges Lied gespielt und mein erstes Handy war eine Nokia-telefonzelle. Ich bin 4 Jahre hinter geschlossenen Grenzen aufgewachsen und nein es glänzte nicht plötzlich alles mit dem Mauerfall.

Mein Gedankenfundament ist gebaut auf Mangel und Einschränkungen. Geprägt von Phantasie, Draußen sein und Selbstbehauptung. Ich erinnere mich an Plattenbau, spielen im Heizkeller und aufgeschlagene Zähne am Stahlgriff der Wippe. Aber auch an von Kreide vollgemalte Straßen, aus einem Abrisshaus gerettete Vögel und meinen Setzkasten. Ich mag schöne Dinge. Mir stand nicht alles zur Verfügung. Vielleicht mag ich deshalb so gern schöne Kleidung und Deko. Schmeiße nicht gern weg und suche immer nach Recyclingmöglichkeiten. Die in der Knäckebrotpackung zurückgebliebenen Körner kann ich später noch prima über den Salat streuen… Nebenbei, mein Schrank ist voll mit Packungen von Sonnenblumenkernen, Mandeln und Nussmischungen. Mir fehlt es an nichts und wenn doch gehe ich über die Straße und tue es in den Korb. Neuste Erkenntnis also: Du kannst alles haben und nein, du brauchst dafür keine Marken und musst dich auch auf keine Warteliste schreiben. Also Handlungsanweisung an mich selbst: Schmeiß die verbliebenen Körner samt Tüte einfach weg. Klar, es gibt schlechtere Kindheitseinflüsse als sparsames Denken. Alles was mir mitgegeben wurde hat mich zu dem gemacht, wer ich heute bin. Sowohl die Dinge von denen ich profitiere, als auch die, die mich an der Kette halten. Alles ist Polar… da ham‘ wir’s wieder. Sicherheit und Freiheit. Draußen und Drinnen. Lachen und weinen.

Abnabelungsprozesse sind schmerzhaft.

Und ich dachte, die Schwierigsten hätte ich hinter mir. Also der Aha Moment im Aha Moment wäre hier – getrennt wird sich immer, denn alles ist in Bewegung. Nicht nur im physischen Sinne. Ich lerne mich kennen und wachse an mir selbst. Ich will nicht stehen bleiben und mich in Sicherheit wiegen. So viel es geht und so schnell wie möglich. Ich habe keine Zeit zu verlieren und will nicht auf die Jahre warten in denen ich bezahlt werde und machen kann was ich will. Wer hat das System, wie wir es kennen erfunden und soll ich mich dem widerstandslos ergeben? Ich will jetzt Rente haben und nur noch Dinge machen, die mich erfüllen und glücklich machen. Mein Geld mit meinen Talenten verdienen und mich immer wieder neu erfinden. Dinge die ich mit Leidenschaft und Herz produziere oder tue, können einfach nur zu 100% erfolgreich sein. Ich finde diese Erkenntnis einfach nur wahnsinnig groß! Wir sind alle verschieden und warum soll ich mich dem Gedanke verschließen, dass es möglich sein könnte, dass wir alle mit dem glücklich sind und ein Auskommen haben, was uns Spass bringt? Politiker, Putzfrauen und Mechaniker… du kannst alles mit 100% Herz machen. Aber wirst du für etwas vorgesehen oder in etwas hineingeboren, dass nicht deinem Selbst entspricht, warum zum Teufel, machst du es dann weiter? Es ist doch mein Leben und unter Umständen habe ich nur das eine. Siehst du das Gefühl der Freude auf die Rente ernsthaft als richtig an? Jetzt ist die Zeit in der ich Freude fühlen will. Genau jetzt ist der Moment in dem ich mich entscheide alles aus meinem Leben zu machen, was nur möglich ist. Auch mal im Risiko leben und nicht wissen, wie es weiter geht. Achterbahn fahren und nicht nur zugucken.

Immer wieder lese und höre ich davon, was die meisten Menschen bereuen, wenn sie im sterben liegen. Was machst du daraus? Bin ich es nicht meinen Brüdern und Schwestern schuldig, dass wir dieser Erkenntnis Respekt zollen und ich es mir annehme? Wenn das bedeutet, dass ich alle 2-3 Jahre mein Leben komplett ändere. OK. Dann tue ich’s. Ich spüre eine so tiefe Abneigung dagegen, mich etwas hinzugeben und meine kostbare Zeit hier mit etwas zu verbringen, dass mich nicht 100% erfüllt! Bitte versteh mich nicht falsch. Es gibt Menschen, die mögen Routinen und Sicherheit. Sie sind damit glücklich… so sagen sie. Auch ich mag das, aber ich will gleichzeitig das absolut Möglichste aus meinen Fähigkeiten machen. Ich habe das große Geschenk bekommen hier zu leben und alles aus mir zu machen, wozu meine Vorstellung gerade reicht. Wie kann ich das nicht nutzen? Warum soll ich mich physisch wie auch psychisch einsperren?

Als Teil dieser Generation „why“ und zusätzlich noch ein DDR Kind zu sein, schlagen in mir zwei Herzen. Ich koste den Geschmack von Freiheit und entdecke so viel mehr, als mir erzählt wurde. Mir wurde das nicht einfach verschwiegen oder vergessen zu erzählen. Sie wussten und wissen es einfach nicht. Nun entwickle ich mich, geprägt von Sicherheitsgefühl und Sparsamkeit, in einer Welt in der mir im Grunde keine Grenzen gesetzt werden. Ich schaue auf und sehe plötzlich, dass ich überall hin kann und alles sein kann, was ich will. Wer hat die Landesgrenzen erfunden? Wir sind alle eine Spezies und miteinander verbunden. Tiere kennen keine Grenzen… die laufen einfach drüber. Wir sperren uns ein. Will ich Bäckerin werden? Yes, warum nicht?! Mein Geld mit schreiben verdienen… Alles ist möglich. Und obwohl ich selbst soviel Euphorie entwickle und Freude bei diesen Erkenntnissen spüren, begegne ich viel Abneigung und Zweifel. Ich mache nicht das, was ich machen soll. Meine Welt kann anders aussehen, als sie aussehen sollte. Du hast Angst. Um mich? Oder vielleicht eher davor, dass es mehr gibt als du denkst? Mehr Möglichkeiten für dich! Dafür braucht es Mut und der Hintern muss hoch.

Ich verstehe das Denken und den Einfluss von Sicherheit und Grenzen. In mir herrscht Dankbarkeit dafür, dass sich meine Lieben Sorgen um mich machen. Dafür, dass ich geliebt werde. Aber ich will sehen, was es dort hinten noch gibt. Was da hinter der Tür ist. Lass mich mal durchs Schloss schauen und den Luftzug spüren. Lass mal da auf den Berg klettern um den Ausblick zu genießen. Mal das Lied der Spieluhr hören.

Natürlich kann ich nicht fliegen, aber wozu hab ich dann Flügel?

Lass mich alles hinterfragen und verschließ dich nicht dem was ich sehe. Ich kann nicht alles erklären, denn ich bin doch gerade selbst Crusoe. Ich weiß nicht wo es hingeht und ich suche noch nach Hinweisschildern. Sei gerade deswegen mein Fels und da wenn ich heim komme. Hinterfrag mich und sei kritisch, aber vertrau mir. Lass mich weinen, wenn ich es muss ohne das Gefühl falsch gelegen zu haben.

Ich nehm dich mit, wenn du willst.

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