Bin ich, Bin ich, Bin ich…

& wenn ich nicht hier bin, bin ich auf’m Sonnendeck.

Nun habe ich keinen Schimmer warum mir zu meinem heutigen Gemütszustand der Liedtext von Peter Licht in den Sinn kommt. Ich könnte es analysieren & ich gestehe den kompletten Liedtext gerade gegoogelt zu haben. Dachte auch kurz darüber nach, ob es Leute gibt, die sich einem höherem Sinn des Liedes gewidmet haben. Alles egal, denn meine Muse treibt mich hierher & veranlasst Gedankengut fließen zu lassen.

Nehme ich die letzten Beiträge her, sehe ich, dass sich im realen Leben doch einiges getan hat. Vor allem aber ist’s eine Weile her. Das mag ich an dieser Seite… Hier herrscht kein Druck. Gehört mir & ich entscheide wann ich schreibe. Ich habe die Macht… Gebe ich die Macht aus der Hand, wird es unangenehm. Für mich & meine Umgebung. Mein Freiheitsdrang zwängt mich in Unflexibilität & macht mich unbequem. Also…

Bin ich – flexibel unflexibel oder auch frei gefangen?

Vielleicht auch nur nicht erfüllte Erwartungen. Ich schreibe in Rätseln… Auch geschuldet meiner mangelnden Courage „es“ beim Namen zu nennen.

Bezogen auf meinen Post kaltes Wasser und wie spring ich endlich?, bin ich dann doch eher die Treppen runter gegangen. Nun ja, immerhin ist es kalt & ich schwimme. Wem will ich da was beweisen? Aber sie sagen doch „raus aus der Komfortzone“… Mach ich. Habe mich also verabschiedet aus meinem gewohnten Dasein & bin in unbekanntes, bekanntes Territorium gegangen. War ich schonmal hier. So finde ich mich wieder in einer gewohnten, ungewohnten Umgebung. Vieles ist gleich & doch neu, denn ich spiele nicht mehr die Bürostute. Mische Beton & schleppe Eimer. Hilfsarbeiten, statt Projektleitung. Naja, quasi bin ich jetzt Projektleiter für Betonmischungen. Komme ich ja vom Bau, bin ich aber trotzdem nicht zu gebrauchen für die wichtigen Arbeiten. Mit CAD kann ich da nicht viel anfangen. Zimmern, Flexsen & Bagger fahren, kann ich alles nicht. Also, was bleibt sind Hilfsarbeiten. In meiner romantischen Vorstellung stelle ich Kunst her & bin kreativ. Ich nehm’s wie es kommt. Hab ich mir ja ausgesucht… Oder doch nicht? War das ernsthaft meine Idee? Raus aus der gewohnten Umgebung & an den Betonmischer? Nein, hier spielt mir meine Begeisterungsfähigkeit einen Streich. Eingeladen & gemocht. Begeistert von einer Idee & allgemein genervt von der aktuellen Situation lasse ich mich gern dahin reissen. In meiner Vorstellung komme ich in ein familiäres Umfeld. Werde Willkommen geheißen & mitgenommen. Was die Realität bringt, ist anders. Rohe Holzhütte Innen wie Außen – aufgeheizt & Zuhause von diversem Getier. Das stille Örtchen – zu erreichen: Raus, runter, rüber, hoch. Plumpsklo. Mein sanitäres Grundbedürfnis wird mit Füßen getreten. Selbst beim Camping mit dem Campervan in Neuseeland habe ich ein ordentliches Klohaus bekommen. Für die einen Abenteuer, für die Anderen herablassende Unterkunft für jemand der „herzlich“ Willkommen ist.

Bin ich – doch nicht mehr 20. Ach, & nötig habe ich es auch nicht.

Bekannte Gefühle machen sich breit. Ich will gefallen & gemocht werden. Kann ich sicher machen was ich will. Klappt nicht.
Denn mit meiner Art mache ich mir erfahrungsgemäß nicht immer Freunde. Lieben oder Hassen. Plus oder Minus. Ich polarisiere… Warum akzeptiere ich das nicht endlich?
Bekannte Gefühle von Unwohlsein. Ich erinnere mich… Wurde ich damals schon physisch verlassen & fühlte mich schlecht allein zu sein. Nicht der Person geschuldet, die weg war – wohl eher dem Gefühl nun in der Gemeinschaft keinen Kompagnon zu haben. Obgleich die Kompanie eher schwierig war. Den wahren Grund erkenne ich erst jetzt.

Bin ich ja nicht hier, weil ich gerade in meinem ersten Abenteuer nach der Schule stecke. Nützlich & wertvoll möchte ich mich fühlen. Das übliche hecheln nach Anerkennung. Zu 50% bekomme ich dies auch. Die anderen 50% sagen mir allerdings auf subtile Art, dass ich nicht willkommen bin. Im Gegenteil, ich spüre Eifersucht, Blicke & Missgunst. Keine gesunde Umgebung… Ist das alles nur Heimweh? Überbewertung & Müdigkeit?
Mach mir erstmal eine Kerze an. Hauch von Hygge.
Was bleibt, ist eine Entscheidung…

Bin ich also unzufrieden & legte mir doch auf verdammt frei & damit glücklich zu sein.

Verschwendeter Tag – habe viel zu viel Zeit damit verbracht in meinen Gedanken fest zu hängen. Zumindest aber auf dem Sonnendeck…

In diesem Sinne.
Bis zum nächsten Erguss.

kaltes Wasser und wie spring ich endlich?

Eintausend Möglichkeiten. Fünfundzwanzigtausend Ideen. Einhundert Prozent Motivation.
Und überall zehn Prozent Fokus.

Ich stecke fest im Strudel meiner Möglichkeiten und das Gedankenkarussell dreht sich gnadenlos. Weiß ich so viel darüber, was ich machen möchte, so habe ich keinen blassen Schimmer darüber mit was ich beginnen soll.

Meine Komfortzone ist auch mein Gefängnis. Foltert mich. Ein Schleudertrauma der Emotionen begleitet mich täglich. In meiner kleinen Schlammpfütze suhle ich mich und halte mich fest an Zusprüchen und einzelnen Personen. Mein aktueller Job bring mir Geld und sorgt dafür, dass ich reisen kann. Aber auch bringt er Stillstand und Demütigungen. Ist es meine neue Art mich zu geiseln? Wem schenke ich hier gerade meine Zeit?

Was ich mache, kann ich gut. Is‘ aber auch nicht schwer… Wo gehts hin und wann höre ich endlich auf, mich zu beschweren und fang an zu handeln? Vielleicht übertreibe ich. Vielleicht ist’s alles gar nicht so schlimm. Aber mal ehrlich, muss ich mich in meiner kurzen Zeit hier mit weniger als dem 100% Streben nach Glück zufrieden geben?

Und schon wieder fange ich an mit Sinnfragen… Darum soll es eigentlich nicht ständig gehen. Vielmehr stehe ich vor der Entscheidung, mich zu lösen von dem was mir meinen Lebensstil ermöglicht und dem Unbekannten. Wer sagt, dass mein Lebensstil nur so zu halten ist? Wer sagt, dass Selbstgeiselung der Weg ist, um zu reisen und sich gewisse Materialitäten zu leisten?

Wie lange kann ich meine tägliche Selbstdisziplin noch strapazieren? Ich denke mir: Wenn ich es bei dem Job schaffe mich täglich 05.30 aus dem Bett falten um einen produktiven Tag zu starten, wie wird es erst sein, wenn ich täglich Dinge mache, die mir Spass bringen? Wäre ich unaufhaltsam? Supergirl?… Jedenfalls eine schöne Vorstellung.

Wann kommt aber der Moment in dem ich endlich vom Sprungbrett springe und ins kalte Wasser tauche, statt nur zu starren? Ich warte auf die Antwort oder den zündenden Impuls und nahm bisher an, dass das der richtige Weg sei. Denn so habe ich doch gelernt, wenn man nicht weiter weiß, erstmal ausharren bevor man sich falsch entscheidet. Nichts überstürzen war meine Devise…

Mittlerweile nerve ich mich selbst. Ich beschwere mich, ningel rum und mache dann doch nichts. Ich stehe nur da beobachte und versuche zu erkennen was da unter der Wasseroberfläche ist.

Entweder finde ich Nessi vom Loch Ness oder vielleicht Neapolis. So oder so warte ich auf jemand der mich schubst.

Ja, ja ich weiß. Niemand anders kann die Entscheidung für mich treffen. Und warum warte ich eigentlich auf etwas von Außen? Ich bin doch sonst so Entscheidungsfreudig. Was habe ich letztens gelesen….

„Triff eine Entscheidung und dann sieh zu, dass sie richtig ist“

Anscheinend ist der Schmerz noch nicht groß genug, trotzdem ausreichend, da ich tätig werden muss. – Und da ist es wieder „muss“ – Wie oft ich mir täglich im Geist vorbete, dass ich etwas „muss“ und „sollte“. Oder dass es „notwendig“ ist…. Am Ende ist es notwendig, dass ich mich schlafen lege, Nahrung zu mir führe und auf’s Klo gehe. Ich muss überhaupt keinen Job erbringen, auf den ich keine Lust habe, oder der mir keinen Freiraum lässt. Ich muss mich auch nicht mit Menschen abgeben, die noch weit entfernt sind davon, mal hinter die Kulissen zu schauen. Ja, ich weiß das alles. Und was mache ich draus?

Mein Weg runter zum Wasser ist also noch unklar. Da ich aber tätig sein will und noch nicht bereit bin für den Sprung, baue ich mir jetzt eine Treppe. Mein letzter Versuch. Ganz offiziell. Mit zeitlicher Begrenzung.
Hier und Jetzt schwöre ich feierlich mit Zepter und Krone, dass ich das sinkende Schiff in 6 Monaten verlasse. Bis dahin wäre es gut, eine Alternative zu haben…

Wenn ich also hier meine Bestellung ans Universum abgeben darf… So wünsche ich mir ein geregeltes Einkommen, ein gut skalierbares Geschäft – gemacht aus meinem Herz. Achso: und süße Erdbeeren, bitte.

Danke. Adios.
Maria

Deine Welt und mein Ausblick…

Aha Momente sind schön. Sie bringen mir Licht dahin, wo ich keinen Weg sehe. Kleine Zeiten in denen sich eine Schublade schließt. Aufgeräumt. Fertig. Zu.

Hab ich’s einmal verstanden und durchdrungen fällt es mir leichter die Situation zu verstehen. Klar, vielleicht ist es auch nur meine Wahrheit und mein Verstand gaukelt mir vor, dass ich’s jetzt kapiert hab. So oder so, meine ich mir mittlerweile vertrauen zu können und zu wissen, wann ich mich selbst in der Komfortzone wiege oder tatsächlich verstehe.

Mein aktueller ‚Aha‘ Moment, war das Verständnis über die Sicht auf unser System und der Einfluss der Generationen auf meine und deine Welt.

Ich bin die Cornflakesgeneration.

Oder wie sagt man noch… Gerneration „Warum“… Bin aufgewachsen mit Barbie, kenne aber trotzdem den Zusammenhang zwischen Bleistift und Kassette. Unser Router hat ein mehrminütiges Lied gespielt und mein erstes Handy war eine Nokia-telefonzelle. Ich bin 4 Jahre hinter geschlossenen Grenzen aufgewachsen und nein es glänzte nicht plötzlich alles mit dem Mauerfall.

Mein Gedankenfundament ist gebaut auf Mangel und Einschränkungen. Geprägt von Phantasie, Draußen sein und Selbstbehauptung. Ich erinnere mich an Plattenbau, spielen im Heizkeller und aufgeschlagene Zähne am Stahlgriff der Wippe. Aber auch an von Kreide vollgemalte Straßen, aus einem Abrisshaus gerettete Vögel und meinen Setzkasten. Ich mag schöne Dinge. Mir stand nicht alles zur Verfügung. Vielleicht mag ich deshalb so gern schöne Kleidung und Deko. Schmeiße nicht gern weg und suche immer nach Recyclingmöglichkeiten. Die in der Knäckebrotpackung zurückgebliebenen Körner kann ich später noch prima über den Salat streuen… Nebenbei, mein Schrank ist voll mit Packungen von Sonnenblumenkernen, Mandeln und Nussmischungen. Mir fehlt es an nichts und wenn doch gehe ich über die Straße und tue es in den Korb. Neuste Erkenntnis also: Du kannst alles haben und nein, du brauchst dafür keine Marken und musst dich auch auf keine Warteliste schreiben. Also Handlungsanweisung an mich selbst: Schmeiß die verbliebenen Körner samt Tüte einfach weg. Klar, es gibt schlechtere Kindheitseinflüsse als sparsames Denken. Alles was mir mitgegeben wurde hat mich zu dem gemacht, wer ich heute bin. Sowohl die Dinge von denen ich profitiere, als auch die, die mich an der Kette halten. Alles ist Polar… da ham‘ wir’s wieder. Sicherheit und Freiheit. Draußen und Drinnen. Lachen und weinen.

Abnabelungsprozesse sind schmerzhaft.

Und ich dachte, die Schwierigsten hätte ich hinter mir. Also der Aha Moment im Aha Moment wäre hier – getrennt wird sich immer, denn alles ist in Bewegung. Nicht nur im physischen Sinne. Ich lerne mich kennen und wachse an mir selbst. Ich will nicht stehen bleiben und mich in Sicherheit wiegen. So viel es geht und so schnell wie möglich. Ich habe keine Zeit zu verlieren und will nicht auf die Jahre warten in denen ich bezahlt werde und machen kann was ich will. Wer hat das System, wie wir es kennen erfunden und soll ich mich dem widerstandslos ergeben? Ich will jetzt Rente haben und nur noch Dinge machen, die mich erfüllen und glücklich machen. Mein Geld mit meinen Talenten verdienen und mich immer wieder neu erfinden. Dinge die ich mit Leidenschaft und Herz produziere oder tue, können einfach nur zu 100% erfolgreich sein. Ich finde diese Erkenntnis einfach nur wahnsinnig groß! Wir sind alle verschieden und warum soll ich mich dem Gedanke verschließen, dass es möglich sein könnte, dass wir alle mit dem glücklich sind und ein Auskommen haben, was uns Spass bringt? Politiker, Putzfrauen und Mechaniker… du kannst alles mit 100% Herz machen. Aber wirst du für etwas vorgesehen oder in etwas hineingeboren, dass nicht deinem Selbst entspricht, warum zum Teufel, machst du es dann weiter? Es ist doch mein Leben und unter Umständen habe ich nur das eine. Siehst du das Gefühl der Freude auf die Rente ernsthaft als richtig an? Jetzt ist die Zeit in der ich Freude fühlen will. Genau jetzt ist der Moment in dem ich mich entscheide alles aus meinem Leben zu machen, was nur möglich ist. Auch mal im Risiko leben und nicht wissen, wie es weiter geht. Achterbahn fahren und nicht nur zugucken.

Immer wieder lese und höre ich davon, was die meisten Menschen bereuen, wenn sie im sterben liegen. Was machst du daraus? Bin ich es nicht meinen Brüdern und Schwestern schuldig, dass wir dieser Erkenntnis Respekt zollen und ich es mir annehme? Wenn das bedeutet, dass ich alle 2-3 Jahre mein Leben komplett ändere. OK. Dann tue ich’s. Ich spüre eine so tiefe Abneigung dagegen, mich etwas hinzugeben und meine kostbare Zeit hier mit etwas zu verbringen, dass mich nicht 100% erfüllt! Bitte versteh mich nicht falsch. Es gibt Menschen, die mögen Routinen und Sicherheit. Sie sind damit glücklich… so sagen sie. Auch ich mag das, aber ich will gleichzeitig das absolut Möglichste aus meinen Fähigkeiten machen. Ich habe das große Geschenk bekommen hier zu leben und alles aus mir zu machen, wozu meine Vorstellung gerade reicht. Wie kann ich das nicht nutzen? Warum soll ich mich physisch wie auch psychisch einsperren?

Als Teil dieser Generation „why“ und zusätzlich noch ein DDR Kind zu sein, schlagen in mir zwei Herzen. Ich koste den Geschmack von Freiheit und entdecke so viel mehr, als mir erzählt wurde. Mir wurde das nicht einfach verschwiegen oder vergessen zu erzählen. Sie wussten und wissen es einfach nicht. Nun entwickle ich mich, geprägt von Sicherheitsgefühl und Sparsamkeit, in einer Welt in der mir im Grunde keine Grenzen gesetzt werden. Ich schaue auf und sehe plötzlich, dass ich überall hin kann und alles sein kann, was ich will. Wer hat die Landesgrenzen erfunden? Wir sind alle eine Spezies und miteinander verbunden. Tiere kennen keine Grenzen… die laufen einfach drüber. Wir sperren uns ein. Will ich Bäckerin werden? Yes, warum nicht?! Mein Geld mit schreiben verdienen… Alles ist möglich. Und obwohl ich selbst soviel Euphorie entwickle und Freude bei diesen Erkenntnissen spüren, begegne ich viel Abneigung und Zweifel. Ich mache nicht das, was ich machen soll. Meine Welt kann anders aussehen, als sie aussehen sollte. Du hast Angst. Um mich? Oder vielleicht eher davor, dass es mehr gibt als du denkst? Mehr Möglichkeiten für dich! Dafür braucht es Mut und der Hintern muss hoch.

Ich verstehe das Denken und den Einfluss von Sicherheit und Grenzen. In mir herrscht Dankbarkeit dafür, dass sich meine Lieben Sorgen um mich machen. Dafür, dass ich geliebt werde. Aber ich will sehen, was es dort hinten noch gibt. Was da hinter der Tür ist. Lass mich mal durchs Schloss schauen und den Luftzug spüren. Lass mal da auf den Berg klettern um den Ausblick zu genießen. Mal das Lied der Spieluhr hören.

Natürlich kann ich nicht fliegen, aber wozu hab ich dann Flügel?

Lass mich alles hinterfragen und verschließ dich nicht dem was ich sehe. Ich kann nicht alles erklären, denn ich bin doch gerade selbst Crusoe. Ich weiß nicht wo es hingeht und ich suche noch nach Hinweisschildern. Sei gerade deswegen mein Fels und da wenn ich heim komme. Hinterfrag mich und sei kritisch, aber vertrau mir. Lass mich weinen, wenn ich es muss ohne das Gefühl falsch gelegen zu haben.

Ich nehm dich mit, wenn du willst.

Mein persönlicher Horrorflug….

oder warum es wohl manchmal besser ist der Intuition zu folgen.

So sitze ich im Zug nach Frankfurt Flughafen und versuche noch schnell die letzten Aufgaben runter zu reißen, die es abzuarbeiten gilt. Den Blick starr auf den Bildschirm. Handy klingelt, kurzes Gespräch… Kaffee… Handy klingelt wieder, werde angetippt und auf das Handyverbot-Zeichen hingewiesen. Ich kann dem Impuls mit den Augen zu rollen nicht Widerstehen und bete mein Mantra herunter ruhig zu bleiben und Mitleid zu haben, da Ihre eigenen Gespräche mich meine Noise-cancelleling Kopfhörer aufziehen ließen.

Fühle mich flau und schiebe es auf das Arbeiten am Rechner und darauf nicht den Horizont beobachtet zu haben. Angekommen am Flughafen, mache ich meinen Weg zum Terminal. Da ich dieses Mal nur für ein paar Tage verreise nahm ich mir vor nur mit Handgepäck zu verreisen. Ich bin stolz auf mich, denn ich hätte noch weniger mitnehmen können.

Auf zum Gate und zum gewohnten Platz vom letzten Mal. Routinen sollen ja erfolgreich machen…

Habe das Gefühl wieder heim zu wollen und platziere den Wunsch im Whatsapp.

Zwei unterschiedliche Meinungen kommen zurück. Ich wollte natürlich nur eine hören, da es gerade keinen Weg zurück gibt in meinem Kopf. Auf nach Chiang Mai, zur Konferenz. Alles gebucht, viel zu viele Erklärungen und später der Gedanke „was wäre wenn“ – Zurück ist also keine Option. Also ignoriere ich mein flaues Gefühl und den Wunsch einfach wieder zurück zu fahren.

Mir stehen rund 12 Stunden Flug, 1x Umsteigen am Flughafen und eine Taxifahrt bevor.

Eingestiegen. Abgehoben. Eingeschlafen. Aufgewacht – gibt essen. Diesmal war ich schlauer, so nahm ich an, und bestellte mir vorab ein vegetarisches Menü. So kam dieses auch und schmeckte widerlich. Nach einigem Lesen, unterhalten und schlafen muss ich mich das erste Mal übergeben. Bitte lass es das gewesen sein und lass es einfach nur die Bissen gewesen sein, die ich von der Mahlzeit hatte.

Es wurde schlimmer und ich merkte meinen Kreislauf absacken. Hitzewellen und Übelkeit. Ich konnte nicht mehr an der Stelle sitzen und nahm an, dass es besser für alle ist, wenn ich in der Nähe des WCs bleibe. Es ist kurz vorm Frühstück und ich bin froh, dass alle beschäftigt sind und ich nicht in der Nähe des Essens sitzen muss. Es wird immer unangenehmer und ich muss mich wieder übergeben. Das kann wohl nicht mehr am Essen liegen.

Das erste mal werde ich gefragt, ob ich einen Artzt brauche.

Natürlich nicht…

Ich spüre immer mehr den Wunsch mich hinzusetzen oder noch besser, zu liegen. Wieder fragt die Stewardess im Vorbeigehen, ob ich einen Rollstuhl brauche um zum Anschlussflieger zu kommen. Nein, nein… das wird gehen. Da bin ich sicher.

Ich kann mich nicht mehr am Stehen halten und entscheide einfach mich auf den Sitz der Flugbegleiter zu setzen. Alle sind fertig mit dem Essen und müssen zur Toilette. In mir steigt latente Panik auf, keine Möglichkeit zu haben schnell auf Toilette zu können, wenn ich es muss. Alle sehen mich verwundert an.
Dies sollte meine kleinste Sorge bleiben. die Stewardess bringt mir ein nasses, kaltes Tuch und das tut wahnsinnig gut, bringt aber nichts. Wie bestellt kommt eine nette Stewardess und sieht mir wohl das Unvermeidliche an.

Mir wird heiss – Sie sagt, „i’ll call you a wheelchair now to the airport“.

Ich stimme dem zu. Ich habe keine Kraft mehr und sacke vollends ab. Sie stützt mich noch und legt mich auf den Boden. Tausend Hände und Augen auf mir. Gefühlt alle Passagiere über mir. Irgendwer fächert Luft und meine Beine sind in der Luft. Bekomme meine Augen nicht mehr auf und bekomme ein Sauerstoffgerät umgeschnallt.

Ich fühle mich langsam besser und mir wird mittlerweile kalt von der ganzen Luft. Bis kurz vor dem Sinkflug sitze ich auf dem Boden neben der Toilette mit Sauerstoffgerät. Nun muss ich mich zum Landen wieder auf einen Platz setzen. Die Übelkeit kommt zurück… Mist, kann doch nicht wahr sein! Ich wünsche mich einfach nur nach Hause. Wäre ich doch einfach umgedreht als ich noch konnte.

Nachdem alle das Flugzeug verlassen haben, stehe ich auch auf und mache mich auf zum Rollstuhl. Steht bereit und ich setze mich mit Erleichterung. Für die Crew steht fest, dass ich weiterfliege mach Chiang Mai und sie mich da jetzt auch hinbringen. Meine Gedanken kreisen aber einzig darum, wo ich mich auf der Stelle hinlegen kann. Wie ich auf der Stelle wieder nach Hause komme. Ich wiege ab und gehe die Szenario im Kopf durch.

Option 1: Sofort Rückflug organisieren. Dann geht es mir unter Umständen auf dem Rückflug nochmal so schlecht und wer weiß, was noch passiert dann.

Option 2: Im Flughafen Bangkok Ruheraum finden und schlafen. Klingt nach einer guten Option. Ich frage meinen „Schieber“ ob es das gibt und wo. Er meint verwundert, aber dann verpasst du doch deinen Anschlussflug. ich schweige…

Option 3: Augen zu und durch. Weiter mit dem Flieger nach Chiang Mai.

Ich bin nicht fähig jetzt eine wirkliche Entscheidung treffen zu können und bin einfach nur froh nicht laufen zu müssen. Hätte mich auch einfach dort in die Halle auf den Boden legen können. Mir ist alles egal. So lasse ich andere für mich entscheiden.

Werde durch die Sicherheitskontrolle geschoben. Direkt zur Immigration und an allen vorbei. Sogar bis zum Gate. Nicht mal da setzt er mich ab. Werde vorbei an allen Anderen direkt, in den noch leeren Flieger geschoben. Noch immer geht es mir nicht besser, im Gegenteil es wird wieder schlechter. Im wahrsten Sinne. Mir wird wieder schlecht und ich reiße vorsorglich die Lasche der kleinen Tüte oben auf, die für Notfälle gedacht ist. Wie dankbar ich für meinen Gangplatz bin! Wieder ekelt mich einfach nur die Vorstellung von Essen und es hebt mich als ich das Essen aus der Küche rieche. Wieder gehe ich auf Toilette und übergebe mich. Jetzt bloß nicht wieder komplett absacken, Maria. Nach mehreren Sicherheitsgängen auf die Toilette überstehe ich den Flug irgendwie und bin auch so dankbar dafür, dass ich nur mit Handgepäck unterwegs bin. Raus hier….

Im Flughafen suche ich fast panisch nach der ersten, freien Bank. Finde eine mitten im Trubel und denke nicht weiter nach. Dort liege ich 1,5 Stunden und finde Besserung.

Das Taxi bringt mich innerhalb von 10 Minuten in mein Hostel. Dort bekomme ich ein Bett und lege mich erleichtert ab. Wieder Übelkeit und Hitzewellen. Ich gehe zur Toilette in direkter Vorbereitung auf das was gleich kommt, beuge mich über und ….. weg. Einfach komplett weg. Will mein Magen mich verarschen? Also lege ich mich wieder hin und stelle fest, dass die Übelkeit nur verschwindet, wenn ich die Beine an der Wand nach oben lege. So versuche ich also mehr oder weniger zu schlafen. Sechs Stunden später habe ich das Gefühl wieder einigermaßen Mensch zu sein und vor allem wieder Herr meiner Sinne zu sein.

Die folgenden Tage verbringe ich nun mit Magenschmerzen. Schade denn, meine Lieblingsspeise in Thailand – Papayasalat – fällt aus. Ich traue mich erstmal nur an Reis.

Meine Bilanz aus dieser Geschichte:

Wann sollte ich meiner Intuition folgen und wann ist es einfach nur das Gefühl die Komfortzone nicht verlassen zu wollen? Vielleicht sollte ich ab und an nicht so streng mit mir sein. Manchmal ist es vielleicht auch einfach der Wunsch, den Erwartungen zu folgen. Mein Wort halten. Der dringende Wunsch, alles mitzunehmen. Oder der Geiz, das Geld nicht weg zu werfen, was ich ausgegeben habe.

So oder so, hat diese Geschichte meine Blick geschärft.
In Zukunft verwechsle ich Magenprobleme wohl nicht mehr mit Aufregung oder Anderem.

 

 

 

 

Koh Lanta – verweile

Inselhopping, Schnorcheltouren und Ausflüge nach Phi Phi…

Warum ich auf all dies verzichtet habe und trotzdem vier Wochen auf Koh Lanta blieb.

Ohne eine großen Plan, was ich mache oder wie es weiter gehen sollte entschied ich mich im November nach meinem Workshop für den Flug von Chiang Mai nach Krabi und weiter nach Koh Lanta. Habe gehört es soll nicht so touristisch sein wie die übrigen Inseln. Auch soll es dort nicht die berüchtigten Fullmoonpartys geben. Weniger Liegen-reservierer und Pott-rauchende Backpacker also. Klingt nach einer Insel für mich…

Koh Lanta – endlich aufatmen

Nach zwei Wochen in Chiang Mai versteht man warum so viele Asiaten Mundschutz tragen. Umso mehr freute ich mich auf frische Luft und das Meer. Natürlich kann ich verstehen, dass Chiang Mai gerade in der Szene der digitalen Nomaden ein Hotspot ist, aber ich für meine Begriffe kann nicht auf frische Luft und Natur im Blick verzichten. Täglich dem Lärm und den Abgasen ausgeliefert zu sein, wäre für mich wie dauerhaftes warten auf den Flieger am Gate im Flughafen Bangkok. Reizvoll in Chiang Mai war für mich in jedem Fall die vielen Möglichkeiten in der Innenstadt und der näheren Umgebung. Elefanten-rescue-camps, Pai und andere Freizeitaktivität entschädigen sicher von dem ständigen Gewusel. Ich werde noch einen separaten Artikel über Chiang Mai schreiben, wenn ich im Januar zurück bin und die Gelegenheit für eine richtige Stadttour hatte.

Außerdem wurde mir Koh Lanta empfohlen, wegen des Coworking space – Kohub und der passenden Community. Klimatisierte Räume, Kaffee und Wasser wird bereit gehalten. Wegen des vorrangig stabilen Internet und der Arbeitsumgebung wählt man solch ein Büro. Es ist ruhig, man lernt leicht neue Leute kennen und kommt einfach in einen Arbeitsfluss. Nach nun zwei Wochen mit 100% Fokus auf meinem neuen Projekt stagemyplace.de ist es nun auch notwendig, mich wieder ums reelle Geld verdienen zu kümmern. Klappt hier ganz gut. Die ersten zwei Wochen meiner Inselzeit pendele ich quasi, vergraben in Arbeit, zwischen dem Kohub und dem Hotel.

Kohub
Kohub auf Koh Lanta – mein Arbeitsplatz

Meine erste Station auf Koh Lanta – Ban Saladan

Ban Saladan, oder einfach nur Saladan ist der am meisten touristische Ort auf der Insel. Viele Menschen, viele Roller und die Restaurants dicht an dicht. Hier ist auf jedenfall für jeden etwas dabei. Ich habe mir ein Hotel für die ersten drei Nächte recht weit oben am Strand besorgt. Erstmal orientieren. Klar kommen und dann weiter sehen.

Es ist spät abends als ich ankomme und hoffe einfach nur so sehr, dass ich mich wohl fühle in meinem Zimmer. Denn dieses Szenario hasse ich so sehr: Spät in einem neuen Ort anzukommen, es ist dunkel und ich fühle mich in dem Zimmer nicht wohl. So geschehen in Chiang Mai. Mit sofortiger Wirkung bekomme ich Heimweh und suche schon fast panisch nach Ablenkung und einer Möglichkeit bis zur Erschöpfung etwas zu machen um dann ohne viele Gedanken einfach einzuschlafen. Heilfroh darüber, dass das Zimmer schön ist, zieht es mich direkt ans Wasser. Der weiche Sand und das warme Wasser spülen um meine Füße und ich merke sofortige Erleichterung darüber, wieder die Natur um mich zu haben. Geht nicht ohne. Aufatmen.

Saldan ist ein Ort auf Lanta, der sich rund um den Hafen erstreckt. Quirlige Märkte, Restaurants und Cafés, sowie jede Menge Tourenanbieter. Jeder der auf die Insel will oder wieder abreist, kommt hier durch. Die Einheimischen haben sich darauf eingestellt und entsprechend höher sind auch die Preise.

Meine Tage sahen in der Regel so aus:

  1. Nach dem Aufstehen meine Runde am Strand – Klong Khong Beach
    • sehr familienfreundlich mit weitem, großen Strand
    • keine Partys, nur wenig Hippi/Reggae Bars
    • viel Massageplätze
    • viele Strandrestaurants und Hotels
    • höhere Preise für Essen und Trinken (Som Tum – Papayasalat am Strand ca. 120-140 THB)

 

https://www.strava.com/activities/1279573659/embed/987e10b55133c74a14508c0cd45d694ba5c4467f

2. Ab zum Frühstück und dann mit dem Roller in den Kohub

Das Hotel, in dem ich übernachtete die erste Zeit, gab es keinen Fußweg zur Straße. Die umliegenden Hotels weit oben am Klong Khong Beach sind eher abgeschnitten und man ist auf Tuk Tuk’s und Roller angewiesen. Zu Fuß, war man war quasi „gezwungen“ den Strand zu queren um dann durch eines der Hotels zur Hauptstraße zu gelangen.

  • Rollerpreise in Saladan 250-300 THB pro Tag unverhandelt. Bei längerer Mietdauer sollte man unbedingt handeln. Wenn man sich unsicher fühlt, tun es natürlich auch die Tuk Tuk’s, die überall zu finden sind.

Jede Fahrt am Morgen, wenn die Sonne gerade aufgegangen ist, gab mir immer ein solches Freiheitsgefühl, dass man kaum beschreiben kann.

3. Am Nachmittag oder frühen Abend zum Yoga

Ein der wunderschönes Yogastudio ist Oasis Yoga in Saladan. Farra und Kate, ursprünglich aus den USA, betreiben die Anlage samt Bungalows nachhaltig und mit viel Liebe zum Detail. Das Studio ist auf Stelzen gebaut und während der Stunde weht immer diese frische Brise. Entweder eine Stunde Ashtanga zum munter werden am frühen morgen, oder eine runde Flow Yoga. Das tiefe Yin Stretching ist perferkt auf die Zeit des Sonnenuntergang gelegt. Aber Achtung: unbedingt Mückenschutzspray dabei haben 😄.

4. Am Abend

Meine absolute neue Lieblingsspeise ist Som Tum. Papapyasalat gemacht aus unreifer Papaya, mit Nüssen und einem Dressing aus Fischsauce, Chilli, Knoblauch, Limettensaft und mehr. Ein Traum und seit ich in Thailand bin jeden Tag auf dem Speiseplan.

Auch in meinem Kochkurs, den ich wohl besser hätte vor meiner ersten Speise in Thailand hätte belegen sollen… – siehe Beitrag vom 30.11. – haben wir den Papayasalat gemacht. Eines der Dinge, die ich gerade so schätze und liebe_ Soviel Knoblauch wie nur geht. Ich habe null – komma – null Hemmungen mir täglich eine Ration von rund 3 Zehen einzuverleiben und liebe es!

Den Kochkurs habe ich bei Time for Lime auf Koh Lanta belegt. Hier habe ich ein kleines Video meiner Kochklasse zusammengestellt.  Time for Lime ist außerdem größter Sponsor der Lanta animal welfare. Mit jeder Kochklasse unterstützt man die Organisation persönlich.

 

 

 

Wenn man nicht im Urlaubsmodus unterwegs ist, sondern Routinen und Abläufe braucht, dauert es schon erstmal ein paar Tage um in den Arbeitsrythmus zu kommen. gerade wenn man rings um umgeben ist von Urlaubern. Auf Platikstühlen sitzen, der Strohalm in der Kokosnuss und hinter mir schreien die Kinder im Pool. Da soll sich noch einer konzentrieren können! – was für ein schweres Los – 😬

Jedenfalls verging so meine erste Woche, in der ich die Gegend ausgekundschaftet habe und meine Routinen fand.

Dann begann der Regen! und wollte nicht aufhören. Ich ging bei Regen ins Bett – wobei ich das in Deutschland immer recht entspannend fand und generell niemand bin, der sofort in Depressionen verfällt, wenn das Wetter mal nicht passt – und stand bei Regen wieder auf.

Wenn ich mich recht erinnere ging dies bestimmt eineinhalb Wochen so weiter. Für die Kurzurlauber eine weniger schöne Erinnerung an Koh Lanta. Für mich optimal zum Arbeiten. So konnte ich einiges schaffen, da ich ohnehin Abgabefristen einzuhalten hatte.

 

Am 10.12.17 zog ich dann von Saladan an den Klong Nin Beach und war wie in eine andere Welt versetzt. Deutlich weiter südlich auf der Insel und wesentlich kleiner. Hier sind zwar trotzdem noch viele Touristen, doch ist es viel traditioneller und familiärer. Sollte ich also eine Empfehlung abgeben für Koh Lanta, bitte unbedingt den Süden zum übernachten wählen.

Dort gibt es Smoothies in Mammutgröße für umgerechnet 1,10 Euro, entspannte Reagge-bars am Strand und leckeres Frühstück ohne Gedöns.

Von hier aus kann man sich super Old Lanta anschauen und sich die mit traditionellen Souvenirs eindecken. Wunderschöne Kunst und wiedermal unglaublich gutes Essen… Immer wieder ein Bild wert.

 

Der Weg zu Nationalpark Mu Koh lanta ist an sich schon die Reise Wert. Man fährt an atemberaubenden Stränden entlang, vorbei an den schönsten Ausblicken und trifft unterwegs immer wieder neugierige Affen. Sonnenbrille auf, Bikini drunter und die Kamera gut vor kleinen Dieben geschützt – kann los gehen.

 

Eine wunderschöne Insel, auf der man super seine Zeit verbringen kann. Manchmal muss man sich einfach frei machen von dem Zwang die komplette Touri-tour zu machen… Alle Inseln haben ihr eigenes Flair und sind es sicher Wert besucht zu werden. Ich weiß, dass es für mich und Koh Lanta nicht das letzte Mal war, daher mache ich mir gar keine Gedanken, irgendetwas verpasst zu haben. Meine Vitamin D Speicher sind gefüllt und ich habe viele Erkenntnisse gewonnen, die mir in meinem Alltag versperrt geblieben wären. Ich bin dankbar dafür, dass die körperlichen Möglichkeiten zu haben, solche Reisen zu tätigen. In dem Zusammenhang wähle ich bewusst die Beschränkung auf das Körperliche, denn alles andere ist eines jedem freie Entscheidung. Ich bin nicht gesegnet. Weder reich noch gesponsert. Habe keinen besonderen Hintergrund der mir solche Langzeitreisen erleichtert. Es ist allein meine Entscheidung, mehr vom Leben zu wollen.

Was ich will ist, 100% aus meinen Möglichkeiten im Leben machen. Nicht mehr und nicht weniger. Da ich in einem Land geboren bin, in dem aktuell kein Krieg herrscht und wir wirtschaftlich zu den reichsten Ländern gehören, habe ich – meiner Meinung nach – die Pflicht das Möglichste daraus zu schöpfen.

Stillstand ist der Tod, gehts voran bleibt alles anders…

In diesem Sinne und mit den Worten von Herrn Grönemeier schließe ich hier. Ich bin unglaublich dankbar für dein Interesse!

Maria

 

Ich bin ganz….

… und vollkommen – Punkt –

Der Satz ist nicht unvollständig. Er ist ganz und vollkommen. Nicht mehr und nicht weniger. Genau wie ich selbst. Ich bin.

Mit jedem Atemzug, an jedem Morgen und bei jedem Sonnenuntergang. Allein diese Tatsache macht unheimlich dankbar. Auf meinen Wochen hier in Thailand, während der Reise, hat mich ein Buch von Oprah Winfrey begleitet. Was ich vom Leben gelernt habe ist ein Buch von dem ich in erster Linie nicht besonders viel erwartet habe. Immerhin kommt es ja „nur“ von einer Talkshowmoderatorin… Oprah ist allerdings eine der einflussreichsten Moderatorinnen und dazu noch einer der reichsten Frauen der Welt. Nachdem ich das Buch gelesen habe, wage ich zu behaupten, dass sie nicht nur mit Ihrer Show Leben verändert.

Ebenso berührt sie mich und unterstützt mich dabei, wieder einmal mehr nach Innen zu schauen.  Vorhin durfte ich wiederholt Zeuge von einem der unglaublichsten Sonnenuntergänge sein, die ich je gesehen habe. Für diese Schönheit finde ich keine treffenden Worte und wünsche nur jedem, dass er auch einmal soetwas erleben darf. Ebenso hoffe ich, dass dieser welcher genauso das eigene Sein, durch etwas so unendliches begreift. Das Meer, die Sonne, Ebbe und Flut scheint mir alles so unendlich. Sie sind einfach da und existieren ohne, dass es großer Dinge bedarf oder, dass sie über sich hinaus wachsen müssen. Einfach nur ihr Sein erfüllt einen höheren, unentbehrlichen Zweck.

Warum sollen wir als Menschen, einfach durch unser Sein, nicht auch einen höheren Zweck erfüllen?

Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass wir als Spezies nicht genauso essentiell für die Natur sein sollen wie alles andere. Wir sind Teil der Natur und genauso wichtig, wie alle anderen Spezies und Teile der Welt. Auf nichts kann verzichtet werden. Und doch stellen wir uns oft über die Dinge. Züchten Nahrung im Überfluss, roden Wälder um Ressourcen zu produzieren und zerstören uns gegenseitig. Auch wenn das recht spirituell klingt, so ist es ein Teil des Prozesses auf meiner persönlichen Reise.

Man kann nicht, nicht spirituell sein.

So gelesen in Spiritualität und Medizin – Gemeinsame Sorge für den kranken Menschen von  Eckhard Frick und  Traugott Roser. Jeder Mensch ist ein spirituelles Wesen und es gibt keine Chance etwas anderes zu sein. Entweder du entscheidest dich, dich zu öffnen und deine Vollkommenheit zu sehen, oder entscheidest dich für ein Leben durch dein Ego.

So sitze ich am Strand meditiere mir den Sonnenuntergang aus und beobachte wie die Flut langsam zurück kommt. Ich störe mich nicht an den Menschen die vorbei laufen und bin ein wenig erstaunt von mir selbst, dass ich so lange ohne Meditationskissen sitzen kann. Ich bin ganz ruhig und stelle fest, dass ich absolut vollkommen bin, so wie ich da sitze. Ausreichend. Genug.

Schönes Gefühl… Ich mag diese Momente in denen es mir einfach nur leicht fällt Dankbarkeit in mir aufsteigen zu lassen. Natürlich versuche ich jeden Tag dankbar zu sein, doch leicht kommt mir das nicht immer vor. Oft suche ich förmlich nach Ereignissen und Menschen. Fallen mir dann doch immer wieder die selben Dinge ein. Doch manchmal bin ich da sehr kreativ. Nein, wohl eher ist es klare Sicht, als Kreativität. Ich hatte das Gefühl eindeutige Sicht darauf zu haben, dass ich absolut ausreichend bin. So wie ich lebe und bin, reiche ich aus. Liebenswert und perfekt geschaffen für die Welt. Wie kann ich da an mir zweifeln, oder daran, dass nicht alles gut wird? Es besteht gar kein Zweifel daran, dass für mich eine Weg gibt. Das einzige was ich machen muss, ist mir selbst vertrauen. Ich kann verdammt dankbar dafür sein, dass ich jetzt in diesem Moment am Strand sitze und in die untergehende Sonne schauen kann. Sie wird immer röter, kleiner und verschwindet langsam. Der nasse Sand glitzert und ich sitze der Sonne direkt gegenüber. Ein magischer Moment.

Was bin ich für ein Glückspilz!

bei 30° zum Crossfit…

… oder eine epische Reise zum Muskelkater meines Lebens

In Deutschland habe ich es nicht hinbekommen, wo sonst sollte ich dann einen der schweißtreibensten Sportarten, Crossfit, versuchen, als in Thailand…

30 Grad, der Regen ist vorbei und der Tag fängt gerade an. Bereits vor ein paar Tagen hatte ich das Studio Fit on Lanta , oder wie es in den Kreisen genannt wird „die Box“, auf Facebook angeschrieben um schonmal vor zu fühlen… Kam mir viel zu schnell die Antwort. Theoretisch hätte die Antwort ja auch auf sich warten lassen, bis meine Zeit hier vorüber ist.  „Ach siehst du, ich wollte ja eigentlich noch…. ach man muss ja nicht alles mitmachen…“ – Wäre auch schön gewesen. Nennt sich wohl auch prokastinieren, oder so. Die Yogastunden und die Spaziergänge am Strand reichen ja auch erstmal 🙂

Aber da ich leider nicht, mit einem Stoffwechsel gesegnet bin, bei dem ich von morgens bis Abends hier deep fried stuff, Kokoseis und Pad Thai essen kann, werde ich wohl hingehen. Nachdem ich meine Sportroutine ziemlich über den Haufen geworfen habe, kostet es mich allerdings ein wenig Überwindung wieder zu den harten Jungs zu gehen. Liest sich so, als ob ich sonst in Erfurt immer bei den Bodybuildern trainiert habe…. *Hmm. Lass ich mal so stehen*

Robert, der Betreiber, antwortete mir prompt und meinte, dass jede Klasse auch für Einsteiger gedacht ist. Ok, so weit so gut. Versuchen möchte ich es ja schon, aber wie alles Neue, schiebe ich gern ne Weile, ehe ich es angehe. Gerade bei Dingen die mit Schweiß, meinem hochroten Gesicht und durchtrainierten Mitstreitern verbunden sind. Genau deswegen gehe ich an solche Vorhaben immer taktisch ran.

Hier nun also ein Einblick in meinen Inneren Monolog:

  1. Wann wird es am vollsten sein? Morgens oder Abends?
  2. Kann ich das im Moment überhaupt durchziehen, ohne meine Muskeln, und mich nur halbwegs blamieren?
  3. Was ziehe ich an? Locker oder weit? Kurze oder lange Hose
  4. Wie komme ich hin? Tuk Tuk oder Roller?
  5. Welche Art von Klasse soll ich besuchen? Strength oder Strength + Conditioning

Zu Vorgehensweise und Beantwortung der Fragen:

  1. Natürlich will ich die Klasse besuchen, die generell so leer ist wie sie es noch nie war. Also eigentlich ne Einzelstunde – zum Preis einer normalen Klasse… Logisch. Oder eine Klasse mit nur Anfängern. Tendenziell würde ich lieber am Morgen gehen, da es da noch nicht so heiß ist und ich generell lieber morgens trainiere. Allerdings geht das sicher noch ein paar mehr Leuten so, die dort hingehen. Wobei einige Leute aus dem Coworking Space auch dort hingehen und dann sicher eher Abends nach der Arbeit hingehen.
    Welcher Tag ist der beste dafür? Eher nicht einer, an dem ich auch Yoga machen will – „krieg dich wieder ein, wird ja nicht so sein, dass du dort raus kriechst“ – damit ein kleiner Einblick in meinen Inneren Dialog.
    Entschieden habe ich mich letztlich für morgens an einem Tag ohne Yoga, ohne Regen. Relativ kurzfristig sogar… Weil nachdem ich meinen Kopf zum rauchen gebrachte habe um solche Sinnlosigkeiten, sage ich mir immer selbst “ Einfach machen“ “ zerdenke es nicht“ „geh einfach und denk nicht an die anderen“
  2. Bin ich gerade in der Lage, das durchzuziehen? Also rein körperlich… da ich meine Trainingsroutine ja quasi am Frankfurter Flughafen abgegeben habe, bevor ich her geflogen bin. Da fällt es mir relativ einfach eine Antwort zu finden, denn hier kennt mich ja keiner auf der Insel. Solange ich niemandem sage, dass ich eigentlich regelmäßig Sport mache und sogar auch Krafttraining bis vor einiger Zeit betrieben habe, gehe ich ja als unsportliche Deutsche durch… Läuft also bei mir. Genauso handhabe ich das übrigens auch mit dem Schminken. Klappt prima.
  3. Die Kleidungsfrage fällt mir relativ leicht, dieses mal. Denn ich kenne Crossfit von Erzählungen und You Tube. Viel Schweiss, Hüpfen, hängen, etc. Meine enganliegende Yogahose und das körperbetonte Top von Nike, wird mich in dem Fall fühlen lassen, wie Qualle in deiner Kinderhand.
  4. Die Fortbewegungsfrage stelle ich mir hier öfter. Hab beiden ausprobiert und entscheide mich, wie so oft für die Bequemere in meinen Augen. Hab keine Lust mich auf Verhandeln und zu erklären wo ich hin will. Losfahren, Ankommen und wieder weg. Günstiger scheint es auch noch… so der Vermieter des Rollers 😏
  5. Die Trainingsklassen beim Crossfit nennen sich WOD’s. Bedeutet workout of the day. Der Trainer legt also eine Abfolge von Bewegungen fest, die mit einer bestimmten Wiederholungszahl, in einer festgelegten Zeit wiederholt werden müssen. Bei meinem WOD war das also:

 

2 Tage nach dem Workout und trotz dessen, dass ich der Empfehlung gefolgt bin, mich am Abend massieren zu lassen, habe ich heute den Muskelkater meines Lebens. Das Training war super hart für mich. Die Erinnerung sind wieder da , wie es mir sonst nach Body Pump ging, wenn ich mich vorn in der ersten Reihe messen wollte. So oder so, hat mich Crossfit am Haken und sobald ich wieder einigermaßen menschlich aussehe bei meinen Bewegungen, sieht mich die Box wieder…