Bin ich, Bin ich, Bin ich…

& wenn ich nicht hier bin, bin ich auf’m Sonnendeck.

Nun habe ich keinen Schimmer warum mir zu meinem heutigen Gemütszustand der Liedtext von Peter Licht in den Sinn kommt. Ich könnte es analysieren & ich gestehe den kompletten Liedtext gerade gegoogelt zu haben. Dachte auch kurz darüber nach, ob es Leute gibt, die sich einem höherem Sinn des Liedes gewidmet haben. Alles egal, denn meine Muse treibt mich hierher & veranlasst Gedankengut fließen zu lassen.

Nehme ich die letzten Beiträge her, sehe ich, dass sich im realen Leben doch einiges getan hat. Vor allem aber ist’s eine Weile her. Das mag ich an dieser Seite… Hier herrscht kein Druck. Gehört mir & ich entscheide wann ich schreibe. Ich habe die Macht… Gebe ich die Macht aus der Hand, wird es unangenehm. Für mich & meine Umgebung. Mein Freiheitsdrang zwängt mich in Unflexibilität & macht mich unbequem. Also…

Bin ich – flexibel unflexibel oder auch frei gefangen?

Vielleicht auch nur nicht erfüllte Erwartungen. Ich schreibe in Rätseln… Auch geschuldet meiner mangelnden Courage „es“ beim Namen zu nennen.

Bezogen auf meinen Post kaltes Wasser und wie spring ich endlich?, bin ich dann doch eher die Treppen runter gegangen. Nun ja, immerhin ist es kalt & ich schwimme. Wem will ich da was beweisen? Aber sie sagen doch „raus aus der Komfortzone“… Mach ich. Habe mich also verabschiedet aus meinem gewohnten Dasein & bin in unbekanntes, bekanntes Territorium gegangen. War ich schonmal hier. So finde ich mich wieder in einer gewohnten, ungewohnten Umgebung. Vieles ist gleich & doch neu, denn ich spiele nicht mehr die Bürostute. Mische Beton & schleppe Eimer. Hilfsarbeiten, statt Projektleitung. Naja, quasi bin ich jetzt Projektleiter für Betonmischungen. Komme ich ja vom Bau, bin ich aber trotzdem nicht zu gebrauchen für die wichtigen Arbeiten. Mit CAD kann ich da nicht viel anfangen. Zimmern, Flexsen & Bagger fahren, kann ich alles nicht. Also, was bleibt sind Hilfsarbeiten. In meiner romantischen Vorstellung stelle ich Kunst her & bin kreativ. Ich nehm’s wie es kommt. Hab ich mir ja ausgesucht… Oder doch nicht? War das ernsthaft meine Idee? Raus aus der gewohnten Umgebung & an den Betonmischer? Nein, hier spielt mir meine Begeisterungsfähigkeit einen Streich. Eingeladen & gemocht. Begeistert von einer Idee & allgemein genervt von der aktuellen Situation lasse ich mich gern dahin reissen. In meiner Vorstellung komme ich in ein familiäres Umfeld. Werde Willkommen geheißen & mitgenommen. Was die Realität bringt, ist anders. Rohe Holzhütte Innen wie Außen – aufgeheizt & Zuhause von diversem Getier. Das stille Örtchen – zu erreichen: Raus, runter, rüber, hoch. Plumpsklo. Mein sanitäres Grundbedürfnis wird mit Füßen getreten. Selbst beim Camping mit dem Campervan in Neuseeland habe ich ein ordentliches Klohaus bekommen. Für die einen Abenteuer, für die Anderen herablassende Unterkunft für jemand der „herzlich“ Willkommen ist.

Bin ich – doch nicht mehr 20. Ach, & nötig habe ich es auch nicht.

Bekannte Gefühle machen sich breit. Ich will gefallen & gemocht werden. Kann ich sicher machen was ich will. Klappt nicht.
Denn mit meiner Art mache ich mir erfahrungsgemäß nicht immer Freunde. Lieben oder Hassen. Plus oder Minus. Ich polarisiere… Warum akzeptiere ich das nicht endlich?
Bekannte Gefühle von Unwohlsein. Ich erinnere mich… Wurde ich damals schon physisch verlassen & fühlte mich schlecht allein zu sein. Nicht der Person geschuldet, die weg war – wohl eher dem Gefühl nun in der Gemeinschaft keinen Kompagnon zu haben. Obgleich die Kompanie eher schwierig war. Den wahren Grund erkenne ich erst jetzt.

Bin ich ja nicht hier, weil ich gerade in meinem ersten Abenteuer nach der Schule stecke. Nützlich & wertvoll möchte ich mich fühlen. Das übliche hecheln nach Anerkennung. Zu 50% bekomme ich dies auch. Die anderen 50% sagen mir allerdings auf subtile Art, dass ich nicht willkommen bin. Im Gegenteil, ich spüre Eifersucht, Blicke & Missgunst. Keine gesunde Umgebung… Ist das alles nur Heimweh? Überbewertung & Müdigkeit?
Mach mir erstmal eine Kerze an. Hauch von Hygge.
Was bleibt, ist eine Entscheidung…

Bin ich also unzufrieden & legte mir doch auf verdammt frei & damit glücklich zu sein.

Verschwendeter Tag – habe viel zu viel Zeit damit verbracht in meinen Gedanken fest zu hängen. Zumindest aber auf dem Sonnendeck…

In diesem Sinne.
Bis zum nächsten Erguss.

Mein persönlicher Horrorflug….

oder warum es wohl manchmal besser ist der Intuition zu folgen.

So sitze ich im Zug nach Frankfurt Flughafen und versuche noch schnell die letzten Aufgaben runter zu reißen, die es abzuarbeiten gilt. Den Blick starr auf den Bildschirm. Handy klingelt, kurzes Gespräch… Kaffee… Handy klingelt wieder, werde angetippt und auf das Handyverbot-Zeichen hingewiesen. Ich kann dem Impuls mit den Augen zu rollen nicht Widerstehen und bete mein Mantra herunter ruhig zu bleiben und Mitleid zu haben, da Ihre eigenen Gespräche mich meine Noise-cancelleling Kopfhörer aufziehen ließen.

Fühle mich flau und schiebe es auf das Arbeiten am Rechner und darauf nicht den Horizont beobachtet zu haben. Angekommen am Flughafen, mache ich meinen Weg zum Terminal. Da ich dieses Mal nur für ein paar Tage verreise nahm ich mir vor nur mit Handgepäck zu verreisen. Ich bin stolz auf mich, denn ich hätte noch weniger mitnehmen können.

Auf zum Gate und zum gewohnten Platz vom letzten Mal. Routinen sollen ja erfolgreich machen…

Habe das Gefühl wieder heim zu wollen und platziere den Wunsch im Whatsapp.

Zwei unterschiedliche Meinungen kommen zurück. Ich wollte natürlich nur eine hören, da es gerade keinen Weg zurück gibt in meinem Kopf. Auf nach Chiang Mai, zur Konferenz. Alles gebucht, viel zu viele Erklärungen und später der Gedanke „was wäre wenn“ – Zurück ist also keine Option. Also ignoriere ich mein flaues Gefühl und den Wunsch einfach wieder zurück zu fahren.

Mir stehen rund 12 Stunden Flug, 1x Umsteigen am Flughafen und eine Taxifahrt bevor.

Eingestiegen. Abgehoben. Eingeschlafen. Aufgewacht – gibt essen. Diesmal war ich schlauer, so nahm ich an, und bestellte mir vorab ein vegetarisches Menü. So kam dieses auch und schmeckte widerlich. Nach einigem Lesen, unterhalten und schlafen muss ich mich das erste Mal übergeben. Bitte lass es das gewesen sein und lass es einfach nur die Bissen gewesen sein, die ich von der Mahlzeit hatte.

Es wurde schlimmer und ich merkte meinen Kreislauf absacken. Hitzewellen und Übelkeit. Ich konnte nicht mehr an der Stelle sitzen und nahm an, dass es besser für alle ist, wenn ich in der Nähe des WCs bleibe. Es ist kurz vorm Frühstück und ich bin froh, dass alle beschäftigt sind und ich nicht in der Nähe des Essens sitzen muss. Es wird immer unangenehmer und ich muss mich wieder übergeben. Das kann wohl nicht mehr am Essen liegen.

Das erste mal werde ich gefragt, ob ich einen Artzt brauche.

Natürlich nicht…

Ich spüre immer mehr den Wunsch mich hinzusetzen oder noch besser, zu liegen. Wieder fragt die Stewardess im Vorbeigehen, ob ich einen Rollstuhl brauche um zum Anschlussflieger zu kommen. Nein, nein… das wird gehen. Da bin ich sicher.

Ich kann mich nicht mehr am Stehen halten und entscheide einfach mich auf den Sitz der Flugbegleiter zu setzen. Alle sind fertig mit dem Essen und müssen zur Toilette. In mir steigt latente Panik auf, keine Möglichkeit zu haben schnell auf Toilette zu können, wenn ich es muss. Alle sehen mich verwundert an.
Dies sollte meine kleinste Sorge bleiben. die Stewardess bringt mir ein nasses, kaltes Tuch und das tut wahnsinnig gut, bringt aber nichts. Wie bestellt kommt eine nette Stewardess und sieht mir wohl das Unvermeidliche an.

Mir wird heiss – Sie sagt, „i’ll call you a wheelchair now to the airport“.

Ich stimme dem zu. Ich habe keine Kraft mehr und sacke vollends ab. Sie stützt mich noch und legt mich auf den Boden. Tausend Hände und Augen auf mir. Gefühlt alle Passagiere über mir. Irgendwer fächert Luft und meine Beine sind in der Luft. Bekomme meine Augen nicht mehr auf und bekomme ein Sauerstoffgerät umgeschnallt.

Ich fühle mich langsam besser und mir wird mittlerweile kalt von der ganzen Luft. Bis kurz vor dem Sinkflug sitze ich auf dem Boden neben der Toilette mit Sauerstoffgerät. Nun muss ich mich zum Landen wieder auf einen Platz setzen. Die Übelkeit kommt zurück… Mist, kann doch nicht wahr sein! Ich wünsche mich einfach nur nach Hause. Wäre ich doch einfach umgedreht als ich noch konnte.

Nachdem alle das Flugzeug verlassen haben, stehe ich auch auf und mache mich auf zum Rollstuhl. Steht bereit und ich setze mich mit Erleichterung. Für die Crew steht fest, dass ich weiterfliege mach Chiang Mai und sie mich da jetzt auch hinbringen. Meine Gedanken kreisen aber einzig darum, wo ich mich auf der Stelle hinlegen kann. Wie ich auf der Stelle wieder nach Hause komme. Ich wiege ab und gehe die Szenario im Kopf durch.

Option 1: Sofort Rückflug organisieren. Dann geht es mir unter Umständen auf dem Rückflug nochmal so schlecht und wer weiß, was noch passiert dann.

Option 2: Im Flughafen Bangkok Ruheraum finden und schlafen. Klingt nach einer guten Option. Ich frage meinen „Schieber“ ob es das gibt und wo. Er meint verwundert, aber dann verpasst du doch deinen Anschlussflug. ich schweige…

Option 3: Augen zu und durch. Weiter mit dem Flieger nach Chiang Mai.

Ich bin nicht fähig jetzt eine wirkliche Entscheidung treffen zu können und bin einfach nur froh nicht laufen zu müssen. Hätte mich auch einfach dort in die Halle auf den Boden legen können. Mir ist alles egal. So lasse ich andere für mich entscheiden.

Werde durch die Sicherheitskontrolle geschoben. Direkt zur Immigration und an allen vorbei. Sogar bis zum Gate. Nicht mal da setzt er mich ab. Werde vorbei an allen Anderen direkt, in den noch leeren Flieger geschoben. Noch immer geht es mir nicht besser, im Gegenteil es wird wieder schlechter. Im wahrsten Sinne. Mir wird wieder schlecht und ich reiße vorsorglich die Lasche der kleinen Tüte oben auf, die für Notfälle gedacht ist. Wie dankbar ich für meinen Gangplatz bin! Wieder ekelt mich einfach nur die Vorstellung von Essen und es hebt mich als ich das Essen aus der Küche rieche. Wieder gehe ich auf Toilette und übergebe mich. Jetzt bloß nicht wieder komplett absacken, Maria. Nach mehreren Sicherheitsgängen auf die Toilette überstehe ich den Flug irgendwie und bin auch so dankbar dafür, dass ich nur mit Handgepäck unterwegs bin. Raus hier….

Im Flughafen suche ich fast panisch nach der ersten, freien Bank. Finde eine mitten im Trubel und denke nicht weiter nach. Dort liege ich 1,5 Stunden und finde Besserung.

Das Taxi bringt mich innerhalb von 10 Minuten in mein Hostel. Dort bekomme ich ein Bett und lege mich erleichtert ab. Wieder Übelkeit und Hitzewellen. Ich gehe zur Toilette in direkter Vorbereitung auf das was gleich kommt, beuge mich über und ….. weg. Einfach komplett weg. Will mein Magen mich verarschen? Also lege ich mich wieder hin und stelle fest, dass die Übelkeit nur verschwindet, wenn ich die Beine an der Wand nach oben lege. So versuche ich also mehr oder weniger zu schlafen. Sechs Stunden später habe ich das Gefühl wieder einigermaßen Mensch zu sein und vor allem wieder Herr meiner Sinne zu sein.

Die folgenden Tage verbringe ich nun mit Magenschmerzen. Schade denn, meine Lieblingsspeise in Thailand – Papayasalat – fällt aus. Ich traue mich erstmal nur an Reis.

Meine Bilanz aus dieser Geschichte:

Wann sollte ich meiner Intuition folgen und wann ist es einfach nur das Gefühl die Komfortzone nicht verlassen zu wollen? Vielleicht sollte ich ab und an nicht so streng mit mir sein. Manchmal ist es vielleicht auch einfach der Wunsch, den Erwartungen zu folgen. Mein Wort halten. Der dringende Wunsch, alles mitzunehmen. Oder der Geiz, das Geld nicht weg zu werfen, was ich ausgegeben habe.

So oder so, hat diese Geschichte meine Blick geschärft.
In Zukunft verwechsle ich Magenprobleme wohl nicht mehr mit Aufregung oder Anderem.

 

 

 

 

Ich bin ganz….

… und vollkommen – Punkt –

Der Satz ist nicht unvollständig. Er ist ganz und vollkommen. Nicht mehr und nicht weniger. Genau wie ich selbst. Ich bin.

Mit jedem Atemzug, an jedem Morgen und bei jedem Sonnenuntergang. Allein diese Tatsache macht unheimlich dankbar. Auf meinen Wochen hier in Thailand, während der Reise, hat mich ein Buch von Oprah Winfrey begleitet. Was ich vom Leben gelernt habe ist ein Buch von dem ich in erster Linie nicht besonders viel erwartet habe. Immerhin kommt es ja „nur“ von einer Talkshowmoderatorin… Oprah ist allerdings eine der einflussreichsten Moderatorinnen und dazu noch einer der reichsten Frauen der Welt. Nachdem ich das Buch gelesen habe, wage ich zu behaupten, dass sie nicht nur mit Ihrer Show Leben verändert.

Ebenso berührt sie mich und unterstützt mich dabei, wieder einmal mehr nach Innen zu schauen.  Vorhin durfte ich wiederholt Zeuge von einem der unglaublichsten Sonnenuntergänge sein, die ich je gesehen habe. Für diese Schönheit finde ich keine treffenden Worte und wünsche nur jedem, dass er auch einmal soetwas erleben darf. Ebenso hoffe ich, dass dieser welcher genauso das eigene Sein, durch etwas so unendliches begreift. Das Meer, die Sonne, Ebbe und Flut scheint mir alles so unendlich. Sie sind einfach da und existieren ohne, dass es großer Dinge bedarf oder, dass sie über sich hinaus wachsen müssen. Einfach nur ihr Sein erfüllt einen höheren, unentbehrlichen Zweck.

Warum sollen wir als Menschen, einfach durch unser Sein, nicht auch einen höheren Zweck erfüllen?

Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass wir als Spezies nicht genauso essentiell für die Natur sein sollen wie alles andere. Wir sind Teil der Natur und genauso wichtig, wie alle anderen Spezies und Teile der Welt. Auf nichts kann verzichtet werden. Und doch stellen wir uns oft über die Dinge. Züchten Nahrung im Überfluss, roden Wälder um Ressourcen zu produzieren und zerstören uns gegenseitig. Auch wenn das recht spirituell klingt, so ist es ein Teil des Prozesses auf meiner persönlichen Reise.

Man kann nicht, nicht spirituell sein.

So gelesen in Spiritualität und Medizin – Gemeinsame Sorge für den kranken Menschen von  Eckhard Frick und  Traugott Roser. Jeder Mensch ist ein spirituelles Wesen und es gibt keine Chance etwas anderes zu sein. Entweder du entscheidest dich, dich zu öffnen und deine Vollkommenheit zu sehen, oder entscheidest dich für ein Leben durch dein Ego.

So sitze ich am Strand meditiere mir den Sonnenuntergang aus und beobachte wie die Flut langsam zurück kommt. Ich störe mich nicht an den Menschen die vorbei laufen und bin ein wenig erstaunt von mir selbst, dass ich so lange ohne Meditationskissen sitzen kann. Ich bin ganz ruhig und stelle fest, dass ich absolut vollkommen bin, so wie ich da sitze. Ausreichend. Genug.

Schönes Gefühl… Ich mag diese Momente in denen es mir einfach nur leicht fällt Dankbarkeit in mir aufsteigen zu lassen. Natürlich versuche ich jeden Tag dankbar zu sein, doch leicht kommt mir das nicht immer vor. Oft suche ich förmlich nach Ereignissen und Menschen. Fallen mir dann doch immer wieder die selben Dinge ein. Doch manchmal bin ich da sehr kreativ. Nein, wohl eher ist es klare Sicht, als Kreativität. Ich hatte das Gefühl eindeutige Sicht darauf zu haben, dass ich absolut ausreichend bin. So wie ich lebe und bin, reiche ich aus. Liebenswert und perfekt geschaffen für die Welt. Wie kann ich da an mir zweifeln, oder daran, dass nicht alles gut wird? Es besteht gar kein Zweifel daran, dass für mich eine Weg gibt. Das einzige was ich machen muss, ist mir selbst vertrauen. Ich kann verdammt dankbar dafür sein, dass ich jetzt in diesem Moment am Strand sitze und in die untergehende Sonne schauen kann. Sie wird immer röter, kleiner und verschwindet langsam. Der nasse Sand glitzert und ich sitze der Sonne direkt gegenüber. Ein magischer Moment.

Was bin ich für ein Glückspilz!

Von der Raupe zum Schmetterling

Oder, wie ich auszog um fliegen zu lernen…

2017 begann für mich mit viel Veränderung. Was lange schlummerte, sollte sich nun an der Oberfläche zeigen. Ich teste mich aus, versuche verschiedene Bereiche und kann mich nicht festlegen. Mein Kopf schwirrt.

Eins steht allerdings fest, wie es bisher war, wird es nicht mehr sein. Mittlerweile im November angekommen, sind einige Entscheidungen gefallen. Die Zeit des „futterns“ ist vorbei – nun geht es an die Umsetzung. Irgendein Projekt muss her… und ich entscheide mich für den Citizen Circle, gegründet von Tim Chimoy. Architekt und arbeitet ortsunabhängig… passt doch. Nach einem kurzen Skypecall, habe ich mich entschieden an einem Programm teilzunehmen, dass da heisst 8 Weeks Digital Development Master Mind. Klingt kompliziert und meine innere Stimme rebelliert noch, ob dass das Richtige ist. Egal… erstmal machen. Ganz nach dem Motto:

Ein kurzes, heftiges – Verdammt! – ist besser als „Was wäre gewesen, wenn ich…“

Im Oktober gehts los. Habe mir alle Termine zu den einzelnen online Meetings im Kalender notiert. Endlich bekommen wir auch die ersten Schritte mitgeteilt und eine Facebookgruppe ist gegründet. Siehe da, tatsächlich sogar noch jemand aus Erfurt. Wenn das kein Zeichen ist… Ich glaube, ich bin auf dem richtigen Weg.

  • Welche meiner tausend Ideen soll ich umsetzen?
  • Welche wäre am Erfolgsversprechendsten?
  • Was bringt mein Herz zum singen?

So oder so ähnlich spielte mein innerer Dialog Ping Pong. Egal… ich entschied mich für eine im ersten Termin. Um diese dann wieder zu revidieren 🙂

Stagemyplace.de ist es geworden. Ist eigentlich auch völlig egal mit was man anfängt. Hauptsache man geht los… Habe ich gelernt.

Nun lebe ich also seit 4 Wochen bereits den Test des ortsunabhängigen Arbeiten in Thailand. Funktioniert bisher ganz gut. Ohne Wecker aufstehen, meine eigene Arbeitszeit, zwischendurch mal an baden gehen, aber nie das Gefühl, am Schreibtisch sitzen zu müssen. Interessanterweise hatte ich das in Deutschland immer. Egal ob ich in meinem Büro außerhalb meiner Wohnung saß, im Homeoffice oder gerade im Hotel war. Sobald der Rest Deutschlands loslegt, muss ich auch.

  • Warum muss das so sein?
  • Muss ich mit dem Strom schwimmen?
  • Wer hat das erfunden, dass alle morgens am 08 erreichbar sind?
  • Und wieso hassen alle Montage?
  • Warum freuen sich alle auf das Wochenende?

Was mich auch immer sehr gestresst hast, war diese „Geschäftigkeit“ am Morgen in der Woche. Sofort fühle ich mich genötigt auch total hektisch in den Arbeitsfluss zu kommen und meine To Do Listen abzuarbeiten. Ich mag mich dem nicht beugen und einfach akzeptieren, dass das System so laufen soll.  Ich bin damit nicht glücklich.

Was ich gelernt habe ist, dass es noch sehr viele Andere gibt, die genauso denken wie ich. Ich bin da nicht außergewöhnlich oder anders.

So soll’s weiter gehen. denke ich… Mich zieht es immer öfter wieder zurück in meine Komfortzone. Dann überlege ich welche Wege ich gehen könnte, wenn ich einfach wieder dahin zurück gehe wo ich her kam. 10 Stunden täglich vor dem Rechner sitzen, teilweise über Tage hinaus nicht die Wohnung verlassen und den Urlaub planen. Klar fallen mir auch dann Dinge ein, die mich ablenken und mir Abwechslung bringen, aber reicht mir das? Will ich mich ehrlich damit zufrieden geben, dass ich dieses Leben was ich gerade habe hauptsächlich mit hinarbeiten oder Warten auf die Wochenenden und den Urlaub verbringe?

Ich will das Maximum aus meinem Leben holen, was möglich ist!

Auch wenn es nur der Versuch ist, so möchte ich am Ende meiner Zeit darauf zurück schauen können und nicht bereuen, es nicht getan zu haben. Meiner Meinung nach haben wir westlichen Menschen, die mit einer so derartigen Fülle an Möglichkeiten geboren worden sind, die Verpflichtung alles aus dem Leben zu machen, was nur raus zu holen geht. Ich möchte mich nicht mit weniger zufrieden geben als 100% hinter dem zu stehen was ich mache. Glücklich sein und immer nach meinen eigenen Regeln zu leben.

Keine Ahnung, ob es das ist, was ich machen will die nächste Zeit. Ist auch nicht relevant. Vielmehr zählt ins Handeln zu kommen, um dem Traum zu realisieren ortsunabhängig zu arbeiten. Ob es mein Fernziel und Lebensaufgabe ist, in dieser Form zu arbeiten, weiß ich nicht. Aber für jetzt, ist es das was ich will.

Die Idee steht also und die Zeit in Chiang Mai beginnt. Wir arbeiten intensiv und verstehen uns alle gut. Vom Immobilienstaging und 3D Visualisierungen gehe ich über zu Beratungsleistungen für Start Ups und junge Unternehmen im offline Handel. Mit stagemyplace.de möchte ich mit meiner Expertise und Erfahrung Einsteigern helfen. Auch eine Art Komfortzone für mich, aber sicher für den Anfang ganz gut. Hier im Junglehub lässt es sich aushalten und es kommt auch Arbeitsstimmung auf. Was nicht selbstverständlich ist, wenn die meisten um einen Urlaub machen. im Allgemeinen muss man sich daran gewöhnen, oft an anderen Stellen zu arbeiten und nicht einen klassisch, eingerichteten Arbeitsplatz zu haben. Vielleicht stelle ich auch einfach fest, dass ich alles was ich hatte um so mehr zu schätzen weiß und werde schnell müde vom Reisen. Vielleicht fühle ich auch einfach zu starkes Heimweh nach kurzer Zeit und möchte einfach wissen wo die Wände fest stehen. So oder so kann ich es nicht wissen, wenn ich es nicht versuche. Ich bin gespannt, wo es mich noch hintreibt.

Die Reise geht weiter…

Maria

 

Letzter Lauf

Mein Letzter Lauf am Morgen. Nochmal die frische, kalte Luft und die Ruhe genießen. Ich mag’s ruhig… Ich mag’s gern allein…

Gerade auch deswegen bin ich gespannt, wie ich die nächsten 6 Wochen im quirligen Thailand verkraften werde.

Jedenfalls sind die Laufschuhe im 21 kg (29 kg – Korrektur nach dem Flug 😳) Gepäck verstaut und ich bin jetzt schon gespannt auf meinen ersten Lauf in Asien…

 

 

Polarität und andere Schwierigkeiten

Mit dem Wort Polarität bin ich das erste mal erste Mal bewusst in Berührung gekommen bei Christian Bischhoff. Er erklärte; dass im Leben alles polar ist. Schwarz und Weiß, Heiß und Kalt, hell und dunkel usw. recht interessant, wenn man bedenkt, dass ich ein Kontrollfreak und hoffnungslos, ständig nach Verbesserung und Perfektion strebe. Klar, alles nichts Neues. Anber manchmal dauert’s eben bei mir ein wenig, ehe ich den tieferen Sinn verstehe…
Beim running sushi und Weinschorle wagte ich einen Test… So erzählte ich einer guten Freundin Tieferem und gewährte Einblick. Für mich ein wichtiger Schritt, da ich dies als einen weiteren Versuch sehe eine der hässlichen Fratzen aus meinem Leben zu verbannen.

Sie reagierte, wie man zu reagieren hat, wenn man von mir als Testperson auserwählt wurde…  gelassen und beschwichtigend.  Mit beschwichtigend meine ich, dass sie unser voran gegangenes Gespräch über die Polarität aufgriff und dies in Verbindung mit meinem Kontrollwahn brachte. Echt interessant so dachte ich. Würde ja Sinn ergeben… Denn 1. kann ich normalweise alles kontrollieren, was meinen Weg so kreutzt. Meinen Job, mein Partner und meine Zeit. Wunderbar. So suhle ich mich gern in meinen Abläufen… oder doch eher in meiner Komfortzone.. Hmm. Dies sollte ich im nächsten Post ggf. Auseinander nehmen.

Sie meinte also, dass meine Ohnmacht über meinen Körper vielleicht auch einfach ein Wink ist, dass ich eben nicht alles kontrollieren kann. Die Polarität des Lebens eben…

Das zu durchdringen ist allerdings noch ziemlich außer Reichweite für mich. Lasse ich mal so stehen und bin sicher, wieder darauf zurück zu kommen

Maria

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Kreativer Tod

Habe ich den kreativen Tod erlitten? Hat mich das System derart klein gefaltet, dass der Kern nicht mehr sichtbar ist?

So und ähnlich fühlt es sich häufig an, wenn ich unter Beobachtung kreativ sein soll. Denn ich als Architektin habe ja gefälligst Funken zu sprühen, wenn mir jemand die Aufgabe stellt, mal eben ein Einfamilienhaus zu Papier zu bringen. Mir als kreativer Person sollten doch sofort Ideen kommen, wenn ich einen leeren Raum sehe.. hmm, jap. Sicher.

Diese Frage die mir schon seit einiger Zeit nachrennt…. Das Gefühl, welches jedes Mal in mir aufschwingt, wenn wieder mal jemand mit freudigen Erwartungen von seinem Haus erzählt…. Bitte lasst mich in Ruhe. Ich habe in den letzten 3 Jahren keinen Platz für Kreativität gehabt!

Und das bisschen was mir noch geblieben ist, gehört mir! Kleine Randbemerkung: zu meinem Besitzdenken muss ich wohl noch einen gesonderten Beitrag schreiben.

Werden Erwartungen der kreativen Leistungen an mich gestellt, ist da erstmal nur Leere… Im beruflichen Umfeld fühlt es sich an, als würde ich nur mit 50% meiner eigentlichen Kapazitäten laufen. Kalte, graue Luft.

Vor ziemlich genau 3 Jahren habe ich offiziell meine Selbstständigkeit begonnen und den Sprung in die ‚Selbstbestimmtheit‘ gewagt.

Tolle Aussichten boten sich mir direkt und ich erinnere mich noch, wie mein Sofa als Trampolin tapfer herhielt, als ich die Zusage meines ersten Kunde erhielt. Dies war der Beginn einer langen Liebe… der Liebe zu meiner neuen Komfortzone.

Da sich mein Umfeld, unbewusster Weise, noch ein wesentliches Stück tiefer im System befindet, als meine Wenigkeit, erhielt ich in der Regel Anerkennung in Form von folgendem:

„Wow, du kannst arbeiten wann du willst.“ oder „toll, du kannst auch mal einen Termin tagsüber wahrnehmen, ohne deinen Chef zu fragen“(!!!!) Wahnsinn, ist hier das einzige Wort was mir einfällt um auch nur ansatzweise eine Beschreibung für die vielen Rückkoppelungen zu finden, die sofort in meinem Kopf rum geistern. Denn die armen Menschen können gar nicht sehen, dass diese Entscheidung nichts bewundernswertes ist, sondern einfach nur natürlich sein sollte.

Denn jeder hat die Kapazitäten, das Recht und die Flügel ein selbstbestimmtes Leben zu führen! 

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Dies führt mich dann auch wieder zurück zum eigentlichen Thema… Sorry, für den kleinen Ausflug-

Seit 3 Jahren also befinde ich mich auf meinem Weg der beruflichen Selbständigkeit. Begonnen als freiberufliche Mitarbeiterin hatte ich große Pläne. Ein Imperium sollte es sein… bittschön. Da klingelt es immer wieder in meinen Ohren „Lehrjahre sind keine Herrenjahre…“ „lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach“

Die Lehrjahre, so dachte ich, hätte ich bereits mit dem Studium und der Kammeranwartschaft hinter mich gebracht. Und den Spatz, so nahm ich an, hätte ich lange genug in der Hand gehalten als ich bescheiden von der einen zur nächsten Festanstellung gewandert bin.

Joar, so bin ich nun angekommen an dem Punkt an dem ich meditieren dazu verwende eine Eigenschaft, die mich sonst ausgezeichnet hat, täglich aufs Neue zu erlangen. Meine Geduld… die habe ich nämlich ebenso verloren, wie meine Blitzideen. Ich meditiere mittlerweile um täglich geduldig zu sein und meine aufkommende Wut zu zügeln. Ich habe mir skills angeeignet, die meinen Schaum wieder runter pusten. Wie beim überkochenden Nudeltopf, pustet dann jemand von oben drauf, sodass sich der Schaum wieder legt.

Sehr schade, finde ich. Denn es gab Zeiten, da war ich stolz auf meine ausgedehnte Geduld. Genauso darauf, dass ich plötzlich in meiner Wohnung stand und Ideen bekam… Ideen, die ich auf der Stelle umsetzen musste. Alles stehen und liegen lassen und Material zusammen suchen. Hat meine Mutter schon früher genervt, wenn ich immer gebacken habe. (Auch hier sollte ich bei Gelegenheit mal einen Exkurs in meinen Backfanatismus geben).

Heute sitze ich also in meinem Büro und leiste stupides Abarbeiten. Kreativ werden nur noch im vorgegebenen Rahmen. Wirkliche Entfaltung der Persönlichkeit oder mal völliges aus der Haut fahren im kreativen Sinne, ist da nicht. Nach einer Weile wurde mir dies klar… Historisch verankerte Denkweisen rieten mir aber natürlich dazu, mich anderweitig zu betätigen und meine Karriere als Fundament zu nutzen. Eben nicht einfach in Luftschlössern zu leben… Ein weiterer Glaubenssatz, der mir von meinen Lebenslehrern vermittelt wurde. Nebenher Leidenschaften nach zu gehen, funktioniert nur eben leider als frischer Entrepreneur nur theoretisch.

So nehme ich Abstand und sitze im Luftschloss Nr. 17. Abstand von dem was mich zurückhält. Oder rede ich mir gerade meine gedanklichen Eskapaden wieder nur schön? Muss das Leben so sein? Ist es vorgesehen, dass sich Arbeit hauptsächlich zäh anfühlt?

Wieder im Luftschloss Nr. 17 entdecke ich da aber diese ganz andere Welt und werde fortwährend das Gefühl meiner Ketten nicht los. Diese Ketten, schräg hinter mir unbarmherzig verankert, die mich nicht los lassen. Diese Welt in der so viele Menschen sich bereits von Ihren Ketten gelöst haben. Hier möchte ich bleiben…

Es fühlt sich an, als sei ich betäubt. Als würde ich mich selbst nicht mehr fühlen können. Ich renne einem Ideal hinterher, welches mir durch die Gesellschaft auferlegt wurde. Höher, Schneller, Weiter… Aber um was es in meinem Leben wirklich geht, bleibt links liegen. Was wirklich meine Aufgabe ist, scheint nicht von Belang.

Ich habe mich entschieden… und ja, es soll so episch klingen, wie es sich liest.

Mein Job ist es, mein Herz zum singen zu bringen und mich nicht länger mit weniger zu begnügen. Denn gerade der ehrliche Gesang einer Bestimmung, ist es was anderer Herzen erblühen lässt. Da bin ich sicher.

Ich habe Großes zu geben, auch wenn es mir im Moment noch außer Reichweite scheint.

Maria