Von der Raupe zum Schmetterling

Oder, wie ich auszog um fliegen zu lernen…

2017 begann für mich mit viel Veränderung. Was lange schlummerte, sollte sich nun an der Oberfläche zeigen. Ich teste mich aus, versuche verschiedene Bereiche und kann mich nicht festlegen. Mein Kopf schwirrt.

Eins steht allerdings fest, wie es bisher war, wird es nicht mehr sein. Mittlerweile im November angekommen, sind einige Entscheidungen gefallen. Die Zeit des „futterns“ ist vorbei – nun geht es an die Umsetzung. Irgendein Projekt muss her… und ich entscheide mich für den Citizen Circle, gegründet von Tim Chimoy. Architekt und arbeitet ortsunabhängig… passt doch. Nach einem kurzen Skypecall, habe ich mich entschieden an einem Programm teilzunehmen, dass da heisst 8 Weeks Digital Development Master Mind. Klingt kompliziert und meine innere Stimme rebelliert noch, ob dass das Richtige ist. Egal… erstmal machen. Ganz nach dem Motto:

Ein kurzes, heftiges – Verdammt! – ist besser als „Was wäre gewesen, wenn ich…“

Im Oktober gehts los. Habe mir alle Termine zu den einzelnen online Meetings im Kalender notiert. Endlich bekommen wir auch die ersten Schritte mitgeteilt und eine Facebookgruppe ist gegründet. Siehe da, tatsächlich sogar noch jemand aus Erfurt. Wenn das kein Zeichen ist… Ich glaube, ich bin auf dem richtigen Weg.

  • Welche meiner tausend Ideen soll ich umsetzen?
  • Welche wäre am Erfolgsversprechendsten?
  • Was bringt mein Herz zum singen?

So oder so ähnlich spielte mein innerer Dialog Ping Pong. Egal… ich entschied mich für eine im ersten Termin. Um diese dann wieder zu revidieren 🙂

Stagemyplace.de ist es geworden. Ist eigentlich auch völlig egal mit was man anfängt. Hauptsache man geht los… Habe ich gelernt.

Nun lebe ich also seit 4 Wochen bereits den Test des ortsunabhängigen Arbeiten in Thailand. Funktioniert bisher ganz gut. Ohne Wecker aufstehen, meine eigene Arbeitszeit, zwischendurch mal an baden gehen, aber nie das Gefühl, am Schreibtisch sitzen zu müssen. Interessanterweise hatte ich das in Deutschland immer. Egal ob ich in meinem Büro außerhalb meiner Wohnung saß, im Homeoffice oder gerade im Hotel war. Sobald der Rest Deutschlands loslegt, muss ich auch.

  • Warum muss das so sein?
  • Muss ich mit dem Strom schwimmen?
  • Wer hat das erfunden, dass alle morgens am 08 erreichbar sind?
  • Und wieso hassen alle Montage?
  • Warum freuen sich alle auf das Wochenende?

Was mich auch immer sehr gestresst hast, war diese „Geschäftigkeit“ am Morgen in der Woche. Sofort fühle ich mich genötigt auch total hektisch in den Arbeitsfluss zu kommen und meine To Do Listen abzuarbeiten. Ich mag mich dem nicht beugen und einfach akzeptieren, dass das System so laufen soll.  Ich bin damit nicht glücklich.

Was ich gelernt habe ist, dass es noch sehr viele Andere gibt, die genauso denken wie ich. Ich bin da nicht außergewöhnlich oder anders.

So soll’s weiter gehen. denke ich… Mich zieht es immer öfter wieder zurück in meine Komfortzone. Dann überlege ich welche Wege ich gehen könnte, wenn ich einfach wieder dahin zurück gehe wo ich her kam. 10 Stunden täglich vor dem Rechner sitzen, teilweise über Tage hinaus nicht die Wohnung verlassen und den Urlaub planen. Klar fallen mir auch dann Dinge ein, die mich ablenken und mir Abwechslung bringen, aber reicht mir das? Will ich mich ehrlich damit zufrieden geben, dass ich dieses Leben was ich gerade habe hauptsächlich mit hinarbeiten oder Warten auf die Wochenenden und den Urlaub verbringe?

Ich will das Maximum aus meinem Leben holen, was möglich ist!

Auch wenn es nur der Versuch ist, so möchte ich am Ende meiner Zeit darauf zurück schauen können und nicht bereuen, es nicht getan zu haben. Meiner Meinung nach haben wir westlichen Menschen, die mit einer so derartigen Fülle an Möglichkeiten geboren worden sind, die Verpflichtung alles aus dem Leben zu machen, was nur raus zu holen geht. Ich möchte mich nicht mit weniger zufrieden geben als 100% hinter dem zu stehen was ich mache. Glücklich sein und immer nach meinen eigenen Regeln zu leben.

Keine Ahnung, ob es das ist, was ich machen will die nächste Zeit. Ist auch nicht relevant. Vielmehr zählt ins Handeln zu kommen, um dem Traum zu realisieren ortsunabhängig zu arbeiten. Ob es mein Fernziel und Lebensaufgabe ist, in dieser Form zu arbeiten, weiß ich nicht. Aber für jetzt, ist es das was ich will.

Die Idee steht also und die Zeit in Chiang Mai beginnt. Wir arbeiten intensiv und verstehen uns alle gut. Vom Immobilienstaging und 3D Visualisierungen gehe ich über zu Beratungsleistungen für Start Ups und junge Unternehmen im offline Handel. Mit stagemyplace.de möchte ich mit meiner Expertise und Erfahrung Einsteigern helfen. Auch eine Art Komfortzone für mich, aber sicher für den Anfang ganz gut. Hier im Junglehub lässt es sich aushalten und es kommt auch Arbeitsstimmung auf. Was nicht selbstverständlich ist, wenn die meisten um einen Urlaub machen. im Allgemeinen muss man sich daran gewöhnen, oft an anderen Stellen zu arbeiten und nicht einen klassisch, eingerichteten Arbeitsplatz zu haben. Vielleicht stelle ich auch einfach fest, dass ich alles was ich hatte um so mehr zu schätzen weiß und werde schnell müde vom Reisen. Vielleicht fühle ich auch einfach zu starkes Heimweh nach kurzer Zeit und möchte einfach wissen wo die Wände fest stehen. So oder so kann ich es nicht wissen, wenn ich es nicht versuche. Ich bin gespannt, wo es mich noch hintreibt.

Die Reise geht weiter…

Maria