Koh Lanta – verweile

Inselhopping, Schnorcheltouren und Ausflüge nach Phi Phi…

Warum ich auf all dies verzichtet habe und trotzdem vier Wochen auf Koh Lanta blieb.

Ohne eine großen Plan, was ich mache oder wie es weiter gehen sollte entschied ich mich im November nach meinem Workshop für den Flug von Chiang Mai nach Krabi und weiter nach Koh Lanta. Habe gehört es soll nicht so touristisch sein wie die übrigen Inseln. Auch soll es dort nicht die berüchtigten Fullmoonpartys geben. Weniger Liegen-reservierer und Pott-rauchende Backpacker also. Klingt nach einer Insel für mich…

Koh Lanta – endlich aufatmen

Nach zwei Wochen in Chiang Mai versteht man warum so viele Asiaten Mundschutz tragen. Umso mehr freute ich mich auf frische Luft und das Meer. Natürlich kann ich verstehen, dass Chiang Mai gerade in der Szene der digitalen Nomaden ein Hotspot ist, aber ich für meine Begriffe kann nicht auf frische Luft und Natur im Blick verzichten. Täglich dem Lärm und den Abgasen ausgeliefert zu sein, wäre für mich wie dauerhaftes warten auf den Flieger am Gate im Flughafen Bangkok. Reizvoll in Chiang Mai war für mich in jedem Fall die vielen Möglichkeiten in der Innenstadt und der näheren Umgebung. Elefanten-rescue-camps, Pai und andere Freizeitaktivität entschädigen sicher von dem ständigen Gewusel. Ich werde noch einen separaten Artikel über Chiang Mai schreiben, wenn ich im Januar zurück bin und die Gelegenheit für eine richtige Stadttour hatte.

Außerdem wurde mir Koh Lanta empfohlen, wegen des Coworking space – Kohub und der passenden Community. Klimatisierte Räume, Kaffee und Wasser wird bereit gehalten. Wegen des vorrangig stabilen Internet und der Arbeitsumgebung wählt man solch ein Büro. Es ist ruhig, man lernt leicht neue Leute kennen und kommt einfach in einen Arbeitsfluss. Nach nun zwei Wochen mit 100% Fokus auf meinem neuen Projekt stagemyplace.de ist es nun auch notwendig, mich wieder ums reelle Geld verdienen zu kümmern. Klappt hier ganz gut. Die ersten zwei Wochen meiner Inselzeit pendele ich quasi, vergraben in Arbeit, zwischen dem Kohub und dem Hotel.

Kohub
Kohub auf Koh Lanta – mein Arbeitsplatz

Meine erste Station auf Koh Lanta – Ban Saladan

Ban Saladan, oder einfach nur Saladan ist der am meisten touristische Ort auf der Insel. Viele Menschen, viele Roller und die Restaurants dicht an dicht. Hier ist auf jedenfall für jeden etwas dabei. Ich habe mir ein Hotel für die ersten drei Nächte recht weit oben am Strand besorgt. Erstmal orientieren. Klar kommen und dann weiter sehen.

Es ist spät abends als ich ankomme und hoffe einfach nur so sehr, dass ich mich wohl fühle in meinem Zimmer. Denn dieses Szenario hasse ich so sehr: Spät in einem neuen Ort anzukommen, es ist dunkel und ich fühle mich in dem Zimmer nicht wohl. So geschehen in Chiang Mai. Mit sofortiger Wirkung bekomme ich Heimweh und suche schon fast panisch nach Ablenkung und einer Möglichkeit bis zur Erschöpfung etwas zu machen um dann ohne viele Gedanken einfach einzuschlafen. Heilfroh darüber, dass das Zimmer schön ist, zieht es mich direkt ans Wasser. Der weiche Sand und das warme Wasser spülen um meine Füße und ich merke sofortige Erleichterung darüber, wieder die Natur um mich zu haben. Geht nicht ohne. Aufatmen.

Saldan ist ein Ort auf Lanta, der sich rund um den Hafen erstreckt. Quirlige Märkte, Restaurants und Cafés, sowie jede Menge Tourenanbieter. Jeder der auf die Insel will oder wieder abreist, kommt hier durch. Die Einheimischen haben sich darauf eingestellt und entsprechend höher sind auch die Preise.

Meine Tage sahen in der Regel so aus:

  1. Nach dem Aufstehen meine Runde am Strand – Klong Khong Beach
    • sehr familienfreundlich mit weitem, großen Strand
    • keine Partys, nur wenig Hippi/Reggae Bars
    • viel Massageplätze
    • viele Strandrestaurants und Hotels
    • höhere Preise für Essen und Trinken (Som Tum – Papayasalat am Strand ca. 120-140 THB)

 

https://www.strava.com/activities/1279573659/embed/987e10b55133c74a14508c0cd45d694ba5c4467f

2. Ab zum Frühstück und dann mit dem Roller in den Kohub

Das Hotel, in dem ich übernachtete die erste Zeit, gab es keinen Fußweg zur Straße. Die umliegenden Hotels weit oben am Klong Khong Beach sind eher abgeschnitten und man ist auf Tuk Tuk’s und Roller angewiesen. Zu Fuß, war man war quasi „gezwungen“ den Strand zu queren um dann durch eines der Hotels zur Hauptstraße zu gelangen.

  • Rollerpreise in Saladan 250-300 THB pro Tag unverhandelt. Bei längerer Mietdauer sollte man unbedingt handeln. Wenn man sich unsicher fühlt, tun es natürlich auch die Tuk Tuk’s, die überall zu finden sind.

Jede Fahrt am Morgen, wenn die Sonne gerade aufgegangen ist, gab mir immer ein solches Freiheitsgefühl, dass man kaum beschreiben kann.

3. Am Nachmittag oder frühen Abend zum Yoga

Ein der wunderschönes Yogastudio ist Oasis Yoga in Saladan. Farra und Kate, ursprünglich aus den USA, betreiben die Anlage samt Bungalows nachhaltig und mit viel Liebe zum Detail. Das Studio ist auf Stelzen gebaut und während der Stunde weht immer diese frische Brise. Entweder eine Stunde Ashtanga zum munter werden am frühen morgen, oder eine runde Flow Yoga. Das tiefe Yin Stretching ist perferkt auf die Zeit des Sonnenuntergang gelegt. Aber Achtung: unbedingt Mückenschutzspray dabei haben 😄.

4. Am Abend

Meine absolute neue Lieblingsspeise ist Som Tum. Papapyasalat gemacht aus unreifer Papaya, mit Nüssen und einem Dressing aus Fischsauce, Chilli, Knoblauch, Limettensaft und mehr. Ein Traum und seit ich in Thailand bin jeden Tag auf dem Speiseplan.

Auch in meinem Kochkurs, den ich wohl besser hätte vor meiner ersten Speise in Thailand hätte belegen sollen… – siehe Beitrag vom 30.11. – haben wir den Papayasalat gemacht. Eines der Dinge, die ich gerade so schätze und liebe_ Soviel Knoblauch wie nur geht. Ich habe null – komma – null Hemmungen mir täglich eine Ration von rund 3 Zehen einzuverleiben und liebe es!

Den Kochkurs habe ich bei Time for Lime auf Koh Lanta belegt. Hier habe ich ein kleines Video meiner Kochklasse zusammengestellt.  Time for Lime ist außerdem größter Sponsor der Lanta animal welfare. Mit jeder Kochklasse unterstützt man die Organisation persönlich.

 

 

 

Wenn man nicht im Urlaubsmodus unterwegs ist, sondern Routinen und Abläufe braucht, dauert es schon erstmal ein paar Tage um in den Arbeitsrythmus zu kommen. gerade wenn man rings um umgeben ist von Urlaubern. Auf Platikstühlen sitzen, der Strohalm in der Kokosnuss und hinter mir schreien die Kinder im Pool. Da soll sich noch einer konzentrieren können! – was für ein schweres Los – 😬

Jedenfalls verging so meine erste Woche, in der ich die Gegend ausgekundschaftet habe und meine Routinen fand.

Dann begann der Regen! und wollte nicht aufhören. Ich ging bei Regen ins Bett – wobei ich das in Deutschland immer recht entspannend fand und generell niemand bin, der sofort in Depressionen verfällt, wenn das Wetter mal nicht passt – und stand bei Regen wieder auf.

Wenn ich mich recht erinnere ging dies bestimmt eineinhalb Wochen so weiter. Für die Kurzurlauber eine weniger schöne Erinnerung an Koh Lanta. Für mich optimal zum Arbeiten. So konnte ich einiges schaffen, da ich ohnehin Abgabefristen einzuhalten hatte.

 

Am 10.12.17 zog ich dann von Saladan an den Klong Nin Beach und war wie in eine andere Welt versetzt. Deutlich weiter südlich auf der Insel und wesentlich kleiner. Hier sind zwar trotzdem noch viele Touristen, doch ist es viel traditioneller und familiärer. Sollte ich also eine Empfehlung abgeben für Koh Lanta, bitte unbedingt den Süden zum übernachten wählen.

Dort gibt es Smoothies in Mammutgröße für umgerechnet 1,10 Euro, entspannte Reagge-bars am Strand und leckeres Frühstück ohne Gedöns.

Von hier aus kann man sich super Old Lanta anschauen und sich die mit traditionellen Souvenirs eindecken. Wunderschöne Kunst und wiedermal unglaublich gutes Essen… Immer wieder ein Bild wert.

 

Der Weg zu Nationalpark Mu Koh lanta ist an sich schon die Reise Wert. Man fährt an atemberaubenden Stränden entlang, vorbei an den schönsten Ausblicken und trifft unterwegs immer wieder neugierige Affen. Sonnenbrille auf, Bikini drunter und die Kamera gut vor kleinen Dieben geschützt – kann los gehen.

 

Eine wunderschöne Insel, auf der man super seine Zeit verbringen kann. Manchmal muss man sich einfach frei machen von dem Zwang die komplette Touri-tour zu machen… Alle Inseln haben ihr eigenes Flair und sind es sicher Wert besucht zu werden. Ich weiß, dass es für mich und Koh Lanta nicht das letzte Mal war, daher mache ich mir gar keine Gedanken, irgendetwas verpasst zu haben. Meine Vitamin D Speicher sind gefüllt und ich habe viele Erkenntnisse gewonnen, die mir in meinem Alltag versperrt geblieben wären. Ich bin dankbar dafür, dass die körperlichen Möglichkeiten zu haben, solche Reisen zu tätigen. In dem Zusammenhang wähle ich bewusst die Beschränkung auf das Körperliche, denn alles andere ist eines jedem freie Entscheidung. Ich bin nicht gesegnet. Weder reich noch gesponsert. Habe keinen besonderen Hintergrund der mir solche Langzeitreisen erleichtert. Es ist allein meine Entscheidung, mehr vom Leben zu wollen.

Was ich will ist, 100% aus meinen Möglichkeiten im Leben machen. Nicht mehr und nicht weniger. Da ich in einem Land geboren bin, in dem aktuell kein Krieg herrscht und wir wirtschaftlich zu den reichsten Ländern gehören, habe ich – meiner Meinung nach – die Pflicht das Möglichste daraus zu schöpfen.

Stillstand ist der Tod, gehts voran bleibt alles anders…

In diesem Sinne und mit den Worten von Herrn Grönemeier schließe ich hier. Ich bin unglaublich dankbar für dein Interesse!

Maria

 

Ich bin ganz….

… und vollkommen – Punkt –

Der Satz ist nicht unvollständig. Er ist ganz und vollkommen. Nicht mehr und nicht weniger. Genau wie ich selbst. Ich bin.

Mit jedem Atemzug, an jedem Morgen und bei jedem Sonnenuntergang. Allein diese Tatsache macht unheimlich dankbar. Auf meinen Wochen hier in Thailand, während der Reise, hat mich ein Buch von Oprah Winfrey begleitet. Was ich vom Leben gelernt habe ist ein Buch von dem ich in erster Linie nicht besonders viel erwartet habe. Immerhin kommt es ja „nur“ von einer Talkshowmoderatorin… Oprah ist allerdings eine der einflussreichsten Moderatorinnen und dazu noch einer der reichsten Frauen der Welt. Nachdem ich das Buch gelesen habe, wage ich zu behaupten, dass sie nicht nur mit Ihrer Show Leben verändert.

Ebenso berührt sie mich und unterstützt mich dabei, wieder einmal mehr nach Innen zu schauen.  Vorhin durfte ich wiederholt Zeuge von einem der unglaublichsten Sonnenuntergänge sein, die ich je gesehen habe. Für diese Schönheit finde ich keine treffenden Worte und wünsche nur jedem, dass er auch einmal soetwas erleben darf. Ebenso hoffe ich, dass dieser welcher genauso das eigene Sein, durch etwas so unendliches begreift. Das Meer, die Sonne, Ebbe und Flut scheint mir alles so unendlich. Sie sind einfach da und existieren ohne, dass es großer Dinge bedarf oder, dass sie über sich hinaus wachsen müssen. Einfach nur ihr Sein erfüllt einen höheren, unentbehrlichen Zweck.

Warum sollen wir als Menschen, einfach durch unser Sein, nicht auch einen höheren Zweck erfüllen?

Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass wir als Spezies nicht genauso essentiell für die Natur sein sollen wie alles andere. Wir sind Teil der Natur und genauso wichtig, wie alle anderen Spezies und Teile der Welt. Auf nichts kann verzichtet werden. Und doch stellen wir uns oft über die Dinge. Züchten Nahrung im Überfluss, roden Wälder um Ressourcen zu produzieren und zerstören uns gegenseitig. Auch wenn das recht spirituell klingt, so ist es ein Teil des Prozesses auf meiner persönlichen Reise.

Man kann nicht, nicht spirituell sein.

So gelesen in Spiritualität und Medizin – Gemeinsame Sorge für den kranken Menschen von  Eckhard Frick und  Traugott Roser. Jeder Mensch ist ein spirituelles Wesen und es gibt keine Chance etwas anderes zu sein. Entweder du entscheidest dich, dich zu öffnen und deine Vollkommenheit zu sehen, oder entscheidest dich für ein Leben durch dein Ego.

So sitze ich am Strand meditiere mir den Sonnenuntergang aus und beobachte wie die Flut langsam zurück kommt. Ich störe mich nicht an den Menschen die vorbei laufen und bin ein wenig erstaunt von mir selbst, dass ich so lange ohne Meditationskissen sitzen kann. Ich bin ganz ruhig und stelle fest, dass ich absolut vollkommen bin, so wie ich da sitze. Ausreichend. Genug.

Schönes Gefühl… Ich mag diese Momente in denen es mir einfach nur leicht fällt Dankbarkeit in mir aufsteigen zu lassen. Natürlich versuche ich jeden Tag dankbar zu sein, doch leicht kommt mir das nicht immer vor. Oft suche ich förmlich nach Ereignissen und Menschen. Fallen mir dann doch immer wieder die selben Dinge ein. Doch manchmal bin ich da sehr kreativ. Nein, wohl eher ist es klare Sicht, als Kreativität. Ich hatte das Gefühl eindeutige Sicht darauf zu haben, dass ich absolut ausreichend bin. So wie ich lebe und bin, reiche ich aus. Liebenswert und perfekt geschaffen für die Welt. Wie kann ich da an mir zweifeln, oder daran, dass nicht alles gut wird? Es besteht gar kein Zweifel daran, dass für mich eine Weg gibt. Das einzige was ich machen muss, ist mir selbst vertrauen. Ich kann verdammt dankbar dafür sein, dass ich jetzt in diesem Moment am Strand sitze und in die untergehende Sonne schauen kann. Sie wird immer röter, kleiner und verschwindet langsam. Der nasse Sand glitzert und ich sitze der Sonne direkt gegenüber. Ein magischer Moment.

Was bin ich für ein Glückspilz!